Hamburger Hafenkonzern HHLA setzt auf Modernisierung - Gewinn bricht ein

Reuters · Uhr

Berlin, 13. ⁠Aug (Reuters) - Die Modernisierung der Hamburger Containerterminals schlägt beim Hafen- und Logistikkonzern HHLA auf die Bilanz durch. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach im zweiten Quartal auf 20,8 Millionen Euro ein von 46,8 Millionen im selben Zeitraum 2025, wie am ‌Donnerstag aus dem Halbjahresfinanzbericht hervorging. Umbauten und Arbeiten zur Automatisierung der Terminals führten auch mit dazu, dass der Umschlag in Hamburg fiel: Im ersten ⁠Halbjahr gingen ⁠mit rund 2,8 Millionen Standardcontainern (TEU) an den drei HHLA-Containerterminals 7,3 Prozent weniger Boxen über die Kaikanten.

"Die Modernisierung unserer Hamburger Containerterminals ist eine entscheidende Investition in die Zukunftsfähigkeit der HHLA", erklärte HHLA-Chef Jeroen Eijsink. Gerade in einem schwierigen Marktumfeld müsse die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gestärkt werden. "Von daher halten wir konsequent an unseren ‌Zukunftsinvestitionen fest – auch wenn unsere Umbaumaßnahmen und die ‌Infrastrukturarbeiten im deutschen Schienennetz unser operatives Geschäft derzeit beeinflussen." Zum Rückgang in Hamburg trugen laut HHLA auch die Spannungen im Nahen Osten und die dadurch veränderten Warenströme ⁠bei.

Die HHLA betreibt neben den Terminals an ihrem Stammsitz in Deutschlands größtem Seehafen ‌auch Anlagen im Ausland, darunter im ⁠ukrainischen Odessa. Da der Hafen immer wieder von Russland angegriffen wird, gibt es dort derzeit nur Abfertigung zur Landseite. Zwischendurch war auch der seeseitige Betrieb wieder aufgenommen worden, was der HHLA im ersten Halbjahr ‌ein höheres Umschlagsvolumen im internationalen Geschäft ⁠bescherte.

Die HHLA wird von der Stadt Hamburg ⁠und der weltgrößten Reederei MSC kontrolliert, verbliebene Einzelaktionäre werden per Zwangsabfindung (Squeeze-Out) aus dem Unternehmen gedrängt. Bei dem noch börsennotierten Teilkonzern Hafenlogistik, der die Immobilien rund um Hamburger Speicherstadt und Fischmarkt ausklammert, ergab sich beim Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter auf Halbjahressicht ein Minus von 8,3 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn hatte der starke Wintereinbruch das Geschäft gelähmt. Am 20. Juli senkte die HHLA ihre Prognose für 2026, weil die Folgen ⁠sich als nicht mehr kompensierbar erwiesen.

(Bericht von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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