Hohe Nachfrage und Nahost-Krisen treiben Frachtraten - Reederei Maersk profitiert

Reuters · Uhr

Kopenhagen, 13. ⁠Aug (Reuters) - Die dänische Großreederei Maersk hat im zweiten Quartal dank gestiegener Frachtraten mehr verdient als erwartet und ihre Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Die nach MSC zweitgrößte Containerreederei der Welt profitierte davon, dass Konflikte in Nahost und eine ‌hohe Nachfrage die Frachtraten nach oben getrieben haben. Der operative Gewinn (Ebitda) stieg auf 3,0 Milliarden Dollar von 2,30 Milliarden im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am ⁠Donnerstag mitteilte. ⁠Analysten hatten nur mit 2,12 Milliarden gerechnet. Für das Gesamtjahr erwarten die Dänen nun ein bereinigtes Ebitda von 10,5 bis 12,5 Milliarden Dollar - an jedem Ende der Spanne rund 2,5 Milliarden mehr als zuvor.

Am Donnerstag hatte Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd, die mit Maersk auf einigen Routen kooperiert, ebenfalls Zahlen vorgelegt. Auch ‌das Hamburger Unternehmen profitierte von höheren Frachtraten und ‌einer starken Nachfrage. Hapag-Lloyd hatte die Prognose vor einem Monat ebenfalls angehoben, ließ sie nun aber unangetastet. Maersk hob sie bereits im Juni zum ersten Mal an. Beide ⁠Unternehmen berichten vor allem von einer starken Nachfrage in Asien. Vor allem Maersk ‌gilt wegen seiner Größe in der Schifffahrtsbranche ⁠als Stimmungsbarometer für den Welthandel.

Der Iran-Krieg stört den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, Angriffe von Huthi-Milizen im Roten Meer behindern dort den Transport. Wegen der Attacken der jemenitischen Rebellen meiden die meisten Reedereien ‌die wichtige Asien-Europa-Route durch den Suezkanal und ⁠leiten ihre Schiffe über das Kap ⁠der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas um. Die längeren Fahrzeiten verknappen Kapazitäten und verteuern die Transporte.

Analysten warnen jedoch, dass die jüngste Stärke am Frachtmarkt nur kurzfristig für Auftrieb sorge und größere bevorstehende Risiken lediglich verdecke. Eine Normalisierung des Verkehrs im Roten Meer würde die Frachtraten erheblich unter Druck setzen. Maersk und Hapag-Lloyd hatten zuletzt angekündigt, im Rahmen einer schrittweisen Rückkehr wieder einige Verbindungen durch den Suezkanal aufzunehmen.

Maersk-Aktien stiegen zur Börseneröffnung um acht Prozent.

(Bericht ⁠von Stine Jacobsen, bearbeitet von Myria Mildenberger, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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