Ukrainische Angriffe treiben Transportkosten und Inflation in Russland

Reuters · Uhr

Moskau, 13. ⁠Aug (Reuters) - Steigende Treibstoffpreise infolge ukrainischer Drohnenangriffe verteuern in Russland den Transport und heizen die Inflation an. Die Frachtraten stiegen im Juli im Durchschnitt um zwölf bis 15 Prozent, wie Branchenvertreter der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Grund sind die um 16 bis 18 Prozent gestiegenen ‌Kraftstoffpreise im vergangenen Monat. Dies zwingt Speditionen, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. "Wir haben unsere Logistik sehr schnell umorganisiert und uns von Langstreckenrouten verabschiedet", sagte Walerija Sawenkowa, kaufmännische Leiterin ⁠des Unternehmens Logistic ⁠Performance.

Der Straßengüterverkehr ist für die russische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Der amtlichen Statistikbehörde Rosstat zufolge wurden im ersten Halbjahr 2026 mehr als 70 Prozent aller Güter auf der Straße befördert. Ein Mangel an Fahrern und höhere Mautgebühren verschärfen die Lage zusätzlich. Auf einigen Routen habe der Anstieg der Frachtraten bis zu 50 Prozent ‌betragen, sagte Witali Kisseljow vom Verband der russischen Autohändler.

Besonders ‌angespannt ist die Lage auf den Routen aus China, das zu Russlands wichtigstem Handelspartner aufgestiegen ist. Die Kosten für eine Lkw-Lieferung von der Volksrepublik nach Moskau sind um fast ⁠ein Drittel auf umgerechnet rund 14.000 Dollar gestiegen. Branchenvertreter erwarten keine baldige Entspannung. "Eine Senkung ‌der Tarife wird es nicht geben, das ⁠können wir mit Sicherheit sagen", sagte Kisseljow. Selbst wenn sich die Treibstoffversorgung normalisiere, würden die Preise kaum auf das alte Niveau zurückkehren, da die Unternehmen ihre Verluste ausgleichen müssten, hieß es.

Von Reuters befragte Ökonomen haben ihre Inflationsprognose ‌zuletzt angehoben. Demnach dürften die russischen Verbraucherpreise ⁠in diesem Jahr um 6,5 Prozent ⁠steigen, nachdem bislang mit 5,7 Prozent gerechnet wurde. 2025 lag die Teuerungsrate bei 5,6 Prozent. Die hohe Inflation schränkt die Möglichkeit der Zentralbank ein, der angeschlagenen Wirtschaft mit starken Zinssenkungen unter die Arme zu greifen.

Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Energie-Infrastruktur in den vergangenen Monaten verstärkt. Kiew will damit die Einnahmen Moskaus aus dem Ölgeschäft schmälern, die zur Finanzierung des seit viereinhalb Jahren anhaltenden Krieges dienen. Zudem zielen die Attacken darauf ab, die Treibstoffversorgung der russischen ⁠Streitkräfte an der Front zu erschweren.

(Bericht von Ekaterina Maksimova und Gleb Stolyarov, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Myria Mildenberger - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion ‌unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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