Commerzbank: Bund erwägt wohl Verkauf
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der Bund einen Verkauf seiner Commerzbank-Aktien prüft. Profiteur könnte die Unicredit sein.

Offenbar will die Bundesregierung doch erwägen, ihren 12,7-prozentigen Anteil an der Commerzbank an die Unicredit zu verkaufen. Das berichtete die Finanznachrichten-Agentur Bloomberg am Montag unter Verweis auf informierte Personen.
Die Bedingung dafür wäre, dass beide Konzerne sich auf eine gemeinsame Strategie einigen können. Bislang stellte sich Berlin gegen einen Verkauf der Anteile, welche die Regierung seit der Finanzkrise ab 2007 hält.
Unicredit-Anteil könnte auf über 60 Prozent steigen
Laut Bloomberg betonten die Insider, dass diese Kehrtwende keine offizielle Regierungsposition sei und es keine Garantien gebe, dass der Verkaufsprozess oder auch nur Gespräche darüber beginnen. Weder die Bundesregierung, noch die beiden Banken wollten die Vorgänge gegenüber Bloomberg kommentieren.
Der deutsche Staat besitzt den zweitgrößten Anteil an der Commerzbank und hat zudem zwei Sitze im Aufsichtsrat inne. Sollte Berlin die Aktien an die Unicredit verkaufen, würde der Anteil des italienischen Wettbewerbers von knapp unter 50 bis über 60 Prozent steigen.
Ein erstes Angebot hatte der Bund abgelehnt. Dieses sah einen Tausch von 0,485 Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie vor. Allerdings weichte der Bund seinen Widerstand gegen die Übernahme auf, nachdem die Unicredit durch dieses erste Angebot faktisch eine Stimmenmehrheit bei den Anteilen erreichte.
Aktuell rangiert die Commerzbank-Aktie auf dem höchsten Stand der vergangenen zwei Jahrzehnte. Mit 40 Euro liegt der Kurs dreimal höher als vor zwei Jahren, als Berlin das letzte Mal Anteile verkaufte. Erst dieser Verkauf hatte der Unicredit ermöglicht, eine Position in der Commerzbank aufzubauen.





