Ölteppich vor Oman - Bergung von Tanker der russischen Schattenflotte erschwert
Kairo, 17. Aug (Reuters) - Die Bergung eines vor der Küste Omans havarierten Öltankers der russischen Schattenflotte wird durch schlechtes Wetter und schwierige Bedingungen vor Ort behindert. Der in der Region herrschende Monsun, die geringe Wassertiefe und Felsen an der Unglücksstelle stellten Bergungsschiffe vor "operative und navigatorische Risiken", sagte Mohammed bin Abdullah al-Rawahi vom omanischen Verkehrsministerium am Montag der staatlichen Nachrichtenagentur des Landes. Die Arbeiten würden zudem dadurch erschwert, dass ein großer Teil des Schiffes mit Wasser vollgelaufen sei. Der Tanker war offenbar nach einem ungeklärten Angriff am 30. Juni auf Grund gelaufen. Aus der "Caroline Bezengi" tritt Rohöl in einem geschützten Meeresgebiet aus.
Der Ölteppich hatte am Mittwoch die Küste Omans erreicht. Die Regierung bezifferte die Größe Anfang vergangener Woche auf 400 Quadratkilometer, während andere Schätzungen sogar von bis zu 2000 Quadratkilometern ausgehen. Oman koordiniert die Bergungsarbeiten mit dem Risikomanagement-Unternehmen Ambrey.
Der Tanker hatte etwa 800.000 Barrel Öl geladen. Die "Caroline Bezengi" wurde Schiffsverfolgungsdaten zufolge im April im Schwarzmeerhafen Noworossijsk beladen und passierte Ende Mai den Suezkanal. Das Schiff war in der Nähe eines omanischen Meeresnaturschutzgebietes gestrandet, in dem unter anderem Buckelwale und Kormorane beheimatet sind.
Das 2001 gebaute Schiff gehört zur sogenannten Schattenflotte Russlands, die aus älteren Öltankern ohne westlichen Versicherungsschutz besteht. Zeitweise fuhr es unter der Flagge Kameruns, verschwand aber im Juni aus dem Schiffsregister des westafrikanischen Landes. Gegen das Schiff bestehen Sanktionen der Europäischen Union, der Ukraine, Großbritanniens, Kanadas und der Schweiz.
(Bericht von Menna Alaa El-Din, geschrieben von Christian Krämer, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



