Dax kommt nicht vom Fleck - Hohe Anleiherenditen belasten
Frankfurt, 19. Aug (Reuters) - Der Ausverkauf am globalen Anleihenmarkt hat sich zwar verlangsamt, doch die Auswirkungen auf die Börsen halten an. Der deutsche Leitindex notierte zur Eröffnung am Mittwoch kaum verändert bei 26.146,12 Punkten. "Der weltweite Aktienmarkt wird von der Anleiheseite unter Druck gesetzt, und der Dax bleibt nicht verschont", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank.
Die Renditen wichtiger Staatsanleihen - etwa aus den USA, Deutschland und Japan - waren am Dienstag rund um den Globus auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten geklettert. Hintergrund sind Inflationssorgen angesichts hoher Ölpreise und Bedenken wegen hoher Schuldenstände einiger großer Volkswirtschaften. Diese Ängste der Anleger sind laut Stanzl zwar nicht neu, belasten den Markt aber kurzfristig. "Anleger werden deshalb kaum alle Aktien verkaufen", sagte der Experte. Hohe Renditen dürften aber die Zahlungsbereitschaft für als risikoreichere Anlagen geltende Aktien begrenzen.
Bei den Einzelwerten gaben die Aktien von Heidelberger Druck um 5,5 Prozent nach. Der Druckmaschinenhersteller litt im ersten Quartal unter schwierigen Rahmenbedingungen. Der Verlust nach Steuern erhöhte sich auf 32 Millionen Euro, nach einem Minus von elf Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Als Grund nannte Heidelberg unter anderem das Auslaufen eines staatlichen Förderprogramms in Italien.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


