
Der Dax ist am Montag mit moderaten Verlusten in die neue Woche gestartet. Nach der ersten Handelsstunde sank der deutsche Leitindex um 0,2 Prozent auf 26.080 Punkte. Damit blieb er zwar über der Marke von 26.000 Punkten sowie der Unterstützung der 21-Tage-Linie, die ein charttechnisch viel beachteter, kurzfristiger Trendindikator ist.
Er knüpfte aber an seine Verlustserie vor der Stabilisierung am Freitag an. Der Weg zurück zum Rekordhoch von knapp 26.574 Punkten dürfte steinig bleiben angesichts wichtiger Ereignisse im Laufe der Woche.
Für den MDax mit den mittelgroßen Unternehmen ging es am Montagmorgen um 0,2 Prozent auf 32.039 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,1 Prozent.
"Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher (US-)Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson Hole: Jedes dieser Ereignisse hat für sich betrachtet das Potenzial, neue Unruhe an den Märkten auszulösen", schrieb Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consors Bank. Der Dax müsse vor diesem Hintergrund erst noch beweisen, ob die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke belastbar sei. Ein Rutsch darunter "könnte zu einer spürbaren Zunahme der Schwankungen beitragen".
Deutsche Chipwerte im Minus
Mit negativen Vorgaben aus Asien machen die Anleger am Montagmorgen einen Bogen um deutsche Chipwerte. Das ganze Börsenumfeld steht wegen des zugespitzten Iran-Konflikts und der zuletzt eingepreisten Zinssorgen vor einer wegweisenden Woche, die im Technologie-Sektor mit Nvidia nochmals ein letztes Highlight der Berichtssaison zu bieten hat.
Am Morgen sank der Kurs des Chipkonzerns Infineon um ein 1,5 Prozent unter den Xetra-Schlusskurs vom Freitag. Papiere der Branchenausrüster Aixtron und Suss Microtec werden im frühen Handel bis zu 1,2 Prozent tiefer gehandelt. In Asien waren die Titel einschlägiger Unternehmen wie SK Hynix zuvor erneut ins Minus gesackt. Samsung Electronics konnte dort die Lage ebenfalls nicht aufhellen - trotz Dividenden- und Aktienrückkaufplänen rutschten die Titel ab.
Verluste bahnen sich auch bei US-Chipwerten wie etwa Micron an. Anleger warten gespannt auf die am Mittwoch nach US-Börsenschluss erwarteten Zahlen von Nvidia, die laut dem Deutsche-Bank-Experten Jim Reid für gewöhnlich ein gesamtwirtschaftlich bedeutendes Ereignis sind. Er wies am Morgen darauf hin, dass der Aktienkurs des Chipriesen nach den letzten vier Veröffentlichungen stets nachgegeben habe. Bei Nvidia hinzukomme am Montag ein Bericht über Preiserhöhungen als Anzeichen inflationärer Auswirkungen.
Die Inflation bleibt auch wegen des ungelösten Iran-Kriegs und der weiterhin hohen Ölpreise ein schwieriges Börsenthema. Anleger schauen deshalb gespannt auf das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole, das am Donnerstag beginnt. Am Freitag steht der Auftritt des Fed-Präsidenten Kevin Warsh im Fokus. Hier wird es vor allem um mögliche Aussagen zur künftigen Geldpolitik gehen, die relevant werden dürften für die Entwicklung der Marktzinsen. Sie sind gerade im KI-Bereich von hoher Bedeutung.
Mit Blick auf die jüngsten Zinssorgen schrieb die Societe Generale am Morgen, die staatliche Kreditaufnahme konkurriere zunehmend mit anderen strukturellen Bereichen um das verfügbare Sparkapital. Genannt wurde dabei vor allem der KI-Investitionsboom, aber auch notwendige Mittel für Verteidigung oder die Energiewende. Die Experten der französischen Bank glauben aber nicht, dass Warsh konkretere Zinssignale geben wird. Sie gehen eher davon aus, dass er sich auf eine umfassendere Reformagenda für die Fed konzentrieren wird.
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