
Der Dax hat am Freitagnachmittag ein Rekordhoch erreicht. Die Rede des US-Notenbankchefs Kevin Warsh in Jackson Hole verhalf dem deutschen Leitindex zu einem Anstieg um 0,8 Prozent auf 26.581 Punkte. Dies reichte, um die bisherige Bestmarke von 26.573,50 Zählern zu übertreffen.
Den Handel beendete der Index letztlich auch mit einem Plus von 0,8 Prozent bei 26.583 Punkten und damit auch auf Schlusskurs-Basis einem neuen Höchststand.
Warsh hatte zuvor beim jährlichen Notenbanktreffen abermals die Risiken einer erhöhten Inflation betont, um die er sich derzeit mehr Sorgen mache als um den Arbeitsmarkt. Die US-Notenbank Fed müsse reagieren, falls sich die Inflation nicht zügig in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels bewege, so Warsh. Von der Robustheit der Wirtschaft zeigte sich Warsh beeindruckt.
Der Notenbank-Chef habe mit der Rede an Glaubwürdigkeit gewonnen, wenn es um die Bekämpfung der hohen Inflation geht, merkten die Experten des Analysehauses Capital Economics an. Entsprechend reagierten die Kurse der als Inflationsschutz gehandelten Anlagen wie Gold oder Bitcoin zunächst mit (leichten) Verlusten, während die Aktienmärkte auch international weiter hinzugewannen.
Biontech zweistellig im Minus
Gegen diesen allgemeinen Markttrend stark unter Druck gerieten am Nachmittag dagegen die Aktien von Biontech. Der Biotech-Konzern hat eine Phase-II-Studie zu einem mRNA-Impfstoff zur Behandlung von Darmkrebs abgebrochen. Dabei wurde Autogene Cevumeran als Monotherapie Darmkrebs-Hochrisiko-Patienten getestet, die bereits operiert wurden.
Das unabhängige Data Safety Monitoring Board hatte bereits in der Vergangenheit auf Basis von Studiendaten angemerkt, dass diese nicht ausreichten, um belastbare Aussagen zur Wirksamkeit zu treffen.
Trotzdem reichte die Nachricht vom endgültigen Aus der Studie aus, um den Aktienkurs im Nasdaq-Handel zwischenzeitlich unter 100 Dollar zu drücken – ein Minus von zwölf Prozent. Am späten Nachmittag betrug das Minus immer noch gut sieben Prozent.
Paypal: Übernahme gescheitert
Außerdem im Fokus auf Einzelebene stand am Freitag die Aktie des US-Zahlungs-Dienstleisters Paypal. Der Kurs fiel im US-Handel zu Beginn um 14,5 Prozent auf weniger als 53 Dollar. Hintergrund ist, dass die geplante Übernahme durch den Finanzinvestor Advent und den Zahlungsabwickler Stripe Insidern zufolge geplatzt ist.
Die Gruppe verfolge keine Übernahme von Paypal mehr, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend (Ortszeit) nach US-Börsenschluss unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
Zuvor habe sie mehr als 50 Milliarden US-Dollar (rund 43 Milliarden Euro) für das Unternehmen geboten. Vertreter von Advent, Paypal und Stripe lehnten eine Stellungnahme dazu ab. Der Aktienkurs von Paypal war am späten Nachmittag noch knapp zwölf Prozent im Minus.
Noch mehr onvista? Abonniere jetzt unseren Youtube-Kanal und verpass kein neues Börsen-Video mehr.






