Dax Tagesrückblick 31.08.2026

Dax rutscht nach Rekordhoch ab, zinssensible Aktien schwächeln

onvista · Uhr
Jemand geht vor dem Dax-Logo vorbei.
Quelle: Adobe.com/PhotoGranary

Der Dax hat zu Wochenbeginn einen klaren Verlust verbucht. Mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 26.258 Zähler ging der Dax aus dem Handel, während der MDax der mittelgroßen Werte um 0,92 Prozent auf 32.724 Punkte fiel. Steigende Öl- und Gaspreise belasteten die Kurse. Zusätzlichen Druck brachten weiter kletternde Anleiherenditen, sodass Anleger Kursgewinne mitnahmen.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem erwartbaren Ölpreisanstieg, nachdem das US-Militär Medienberichten zufolge erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen hatte. Dagegen hätten die Aktien- und Rentenmärkte recht entspannt auf die erneute militärische Eskalation reagiert. "Die Mehrzahl der Anleger erwartet offenbar nicht, dass die Situation erneut großflächig und langfristig eskaliert."

"Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte", schrieb Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst bei der Consorsbank. Mit dem beginnenden September als historisch schwächstem Börsenmonat des Jahres "wird sich noch zeigen müssen, ob sich der Dax auch dann gegen den typischen saisonalen Trend stemmen und einfach weiter steigen kann".

Das US-Militär nahm zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak ins Visier, wie das Nachrichtenportal "Axios" sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten. Die Raketenwerfer sollten daran gehindert werden, neue Seeminen in der Straße von Hormus zu legen, hieß es. In Reaktion darauf griff der Iran eigenen Angaben zufolge zwei US-Militärstützpunkte in Jordanien an. Zudem meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate einen Drohnenvorfall über ihren Hoheitsgewässern.

Die vorläufigen Verbraucherpreisdaten aus Deutschland belegten für den August einen Anstieg auf 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - wie bereits von den Experten der Landesbank Helaba prognostiziert. Da der Wert deutlich über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent liegt, gehen sie davon aus, dass sich die Währungshüter in ihrem Vorhaben bestärken fühlen dürften, kommende Woche den Leitzins anzuheben. Am Markt sei dies allerdings schon "fast vollständig eingepreist".

Zinssensible Werte fallen - OHB und Sto im SDax stark

Am deutschen Aktienmarkt standen zinssensible Werte aus der Immobilien- und Technologiebranche dennoch unter Druck. So büßten die Immobilienaktien Aroundtown, TAG Immobilien und Vonovia bis zu 3,6 Prozent ein. Für erstere senkte zudem die US-Investmentbank Goldman Sachs ihr Kursziel deutlich. Aus dem Tech-Bereich gaben die Titel des Softwarekonzerns SAP und des Halbleiterzulieferers Aixtron leicht bis moderat nach.

Klar kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es nur aus dem Nebenwerte-Index SDax. Die Aktien von OHB zogen dank eines Großauftrags um 6,3 Prozent an. Auch im bisherigen Jahresvergleich ist der Raumfahrtkonzern mit einem Kursplus von 74 Prozent ganz vorn mit dabei.

Vor OHB noch glänzte am Montag Sto mit einem Kursanstieg von 8,8 Prozent. Der Halbjahresumsatz und mehr noch der operative Gewinn (Ebit) des Farben- und Dämmstoffspezialisten fielen trotz des starken Wettbewerbs und gestiegener Kosten höher als vor einem Jahr aus. Die Prognose für 2026 bestätigte Sto.

Goldpreis kommt etwas zurück

Der Euro legte nach den Kursverlusten vom Freitag ein wenig zu. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1604 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte sie noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1596 (Freitag: 1,1643) Dollar fest.

Am Freitag war der Euro im Handelsverlauf um etwa einen halben Cent gesunken, nachdem US-Notenbankchef Kevin Warsh in seiner Rede in Jackson Hole die amerikanische Konjunktur als positiv beschrieben hatte. Auch wenn sich der Fed-Chef bei der Zinspolitik nicht konkret festgelegt hatte, scheint er "den Markt auf eine Zinserhöhung vorzubereiten", heißt es in einem Marktkommentar der Dekabank. Dies hatte für Auftrieb beim Dollar gesorgt, während der Euro im Gegenzug unter Druck geraten war.

Der Preis für Gold fiel dagegen klar. Bis zum Handelsschluss in Frankfurt verlor das Edelmetall 0,6 Prozent, eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete damit 4.433 US-Dollar. Nach einem längeren Seitwärtstrend war Gold vor kurzem nach oben ausgebrochen und hatte innerhalb weniger Tage mehr als zehn Prozent an Wert gewonnen.

Allerdings bremsten die Zinsaussichten diese Kurserholung schnell wieder etwas aus. Das zinslose Gold gilt zwar als Wertspeicher und Schutz vor Inflation, leidet üblicherweise aber, wenn sich in der Geldpolitik eine Wende hin zu Zinserhöhungen abzeichnet.

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(mit Material von dpa-AFX)

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