Iren: Warum der Absturz mehr zeigt als nur schwache Zahlen
Iren ist nach den Quartalszahlen stark gefallen. Die Aktie verlor rund 15 Prozent, weil Umsatz und Ergebnis deutlich schwächer ausfielen als erwartet. Der ausgewiesene Verlust verzerrt das Bild aber erheblich.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Iren meldete den dritten deutlichen Gewinnrückgang in Folge. Der Umsatz sank um 27 Prozent auf 137,2 Millionen Dollar und lag unter den Erwartungen. Der Verlust je Aktie erreichte 81 Cent. Insgesamt entstand ein Nettoverlust von rund 690 bis 700 Millionen Dollar.
Der wichtigste Punkt liegt in der Zusammensetzung dieses Verlusts. Etwa 640 Millionen Dollar hängen mit Abschreibungen auf Bitcoin-Mining-Hardware zusammen. Iren baut dieses Geschäft bewusst zurück und verschiebt den Schwerpunkt in Richtung KI-Infrastruktur und vermietete Rechenleistung.
Diese neue Sparte wächst deutlich. Der Mining-Umsatz sank im Quartalsvergleich um 40 Prozent auf 67 Millionen Dollar. Parallel stieg der KI-Cloud-Umsatz auf 70,5 Millionen Dollar und damit um mehr als 100 Prozent zum Vorquartal. Für das Geschäftsjahr 2026 erreichte der KI-Cloud-Umsatz 129 Millionen Dollar, rund achtmal so viel wie zuvor.
Auch die Auftragsbasis wirkt stark. Iren arbeitet inzwischen mit einer Milliarde Dollar operativem "Annual Recurring Revenue". Für die 2026er-Kapazität sind vier Milliarden Dollar vertraglich gebunden. KI-Verträge laufen im Schnitt etwa drei Jahre und bringen mehr als 20 Millionen Dollar pro Megawatt. Verhandlungen bewegen sich bereits um 25 Millionen Dollar pro Megawatt.
Charttechnik
Das Chartbild bleibt angeschlagen. Der Kurs verlor die letzte relevante Trendlinie und könnte noch einmal in den Bereich um 30 Dollar laufen. Dort liegt ein wichtiges Unterstützungsniveau.
Martins Einschätzung
Operativ sieht Iren besser aus, als die Verlustzahl vermuten lässt. Kurzfristig belastet der Kursrutsch vor allem laufende Discount-Optionsscheine mit Basispreis 50 Dollar und Cap 55 Dollar, deren Laufzeit bis Jahresende reicht. Mittelfristig spricht das schnelle Wachstum der KI-Infrastruktur weiter für die Aktie.




