Chevron: Warum Venezuela der Aktie neue Fantasie gibt
Chevron zählt zu den spannendsten Profiteuren eines neuen Energieabkommens mit Venezuela. Das Unternehmen ist unter den grossen US-Ölkonzernen bereits stark auf der Förderseite im Land vertreten.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Ein geplantes Joint Venture zwischen den USA und Venezuela könnte den Energiemarkt verändern. Die USA sollen 55 Prozent halten. Das Abkommen würde große Teile der Ölförderung in Venezuela umfassen, und 55 Prozent des geförderten Öl würden in Richtung USA gehen.
Venezuela liefert vor allem Schweröl. Das unterscheidet sich deutlich von vielen US- und Nahost-Qualitäten und ist schwieriger zu verarbeiten. Valero Energy hat als Raffineriebetreiber eine starke Ausgangsbasis, weil das Unternehmen dieses Schweröl besonders gut verarbeiten kann.
Chevron ist dagegen der wichtigste Kandidat auf der Förderseite. Das Unternehmen betreibt bereits Felder in Venezuela und verhandelt über weitere Förderflächen. Ein neues Energieabkommen umfasst die Entwicklung von 17 Ölfeldern. In Venezuela liegen angeblich mehr als 300 Milliarden Barrel Ölreserven, während die Förderung bei etwa 1,25 Millionen Barrel pro Tag liegt.
Der Energiesektor gehört bereits zu den stärksten Sektoren des Jahres. Steigende Ölpreise liefern zusätzlichen Rückenwind. Chevron, Valero und SLB zählen deshalb zu den interessantesten Werten im Sektor.
Martins Einschätzung
Chevron wirkt aktuell attraktiver als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 13 und damit etwa auf dem Fünfjahres-Schnitt. Die Ausgangsbasis ist aber besser, weil höhere Ölpreise und Venezuela neue Chancen schaffen. Eine faire Bewertung könnte eher bei einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 17 bis 18 liegen.

