Börse am Morgen 01.09.2026

Dax sinkt weiter ab - kurzfristiger Trend gefährdet

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Der Dax hat am Dienstag weitere Verluste verbucht und damit den Trend zum Wochenauftakt fortgesetzt. In der ersten Handelsstunde fiel der Leitindex um 0,47 Prozent auf 26.135 Punkte, womit das Börsenbarometer auch erstmals seit Juli wieder unter die für den kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie fiel. Dabei hatte der Dax noch am Freitag eine neue Bestmarke bei gut 26.618 Zählern erklommen.

Auch der MDax mit den mittelgroßen Unternehmen gab am Dienstagmorgen etwas nach und verlor zuletzt 0,55 Prozent auf 32.545 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 hielt sich indes knapp im Plus. An den US-Börsen hatte sich bereits der Dow Jones Industrial am Vortag schwächer gezeigt. Die Inflations- und Zinssorgen belasteten ebenso die asiatischen Handelsplätze.

Ölpreise und Zinsen drücken auf die Aktienkurse

Angesichts schon hoher Bewertungen haben die Börsen derzeit mit den - zuletzt durch die Zuspitzung der Lage im Iran-Krieg - weiter steigenden Ölpreisen zu kämpfen. Die Preise kletterten am Dienstag weiter. Nachdem es mit den Notierungen zu Beginn der Woche zeitweise deutlich nach oben gegangen war, legten sie im frühen Handel nur noch vergleichsweise leicht zu. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde bei 91,16 US-Dollar gehandelt und damit 0,74 Prozent höher als am Vortag.

Am Montag waren die Ölpreise zeitweise um zweieinhalb Prozent auf 91,52 Dollar gestiegen, nachdem der Iran-Krieg nach gegenseitigen Militärschlägen der USA und des Iran wieder eskaliert war.

Hinzu kommen rekordhohe Anleihezinsen als Belastung. Eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als sicher. Und seit entsprechenden Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin Warsh vom vergangenen Freitag gehen die Märkte auch von einer Leitzinserhöhung in den USA im September aus.

"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wir sehen eine weltweite Anpassung des Zinsniveaus", erklärte Jochen Stanzl von der Consorsbank den jüngsten Abwärtsdruck an den Börsen. Zudem hätten die noch immer ungelöste Frage des freien Seerverkehrs durch die Straße von Hormus sowie die Fed-Signale auf eine straffere Geldpolitik eine Verkaufswelle befeuert, die noch in der vergangenen Woche als "vorläufig eingefangen" gegolten habe.

Großaktionär will bei Hugo Boss zukaufen

Kursbewegende Nachrichten gab es am Dienstagmorgen zunächst nur wenige. Hugo-Boss-Aktien profitierten von der Nachricht, dass ein Großaktionär weitere Anteile kaufen will. Die Aktien stiegen im frühen Handel um 0,44 Prozent auf 38,82 Euro.

Mitte Juni hatte der Großaktionär Frasers Group angekündigt, die Metzinger übernehmen zu wollen. Bis dato kommen die Briten auf einen Anteil von knapp 48 Prozent. Konsequenterweise kündigten sie nun an, auf mehr als 50 Prozent aufstocken zu wollen.

Das Jahreshoch der Hugo-Boss-Aktien hatte zwischenzeitlich bei 40,52 Euro gelegen und damit deutlich über dem Frasers-Übernahmeangebot von 38 Euro vom Juni.

Shein mit schwachem Börsendebüt in Hongkong

Unterdessen blickten die Anleger auch auf den IPO des Textilkonzerns Shein in Fernost. Nach langem Warten und gescheiterten Versuchen hat die Shoppingplattform nun ihren lange erwarteten Gang an die Börse in Hongkong hingelegt - allerdings mit einem deutlichen Minus.

Die Shein-Aktie gab in den ersten Handelsminuten in Hongkong im Vergleich zum Ausgabepreis zeitweise um knapp zehn Prozent nach, konnte den Verlust allerdings zuletzt halbieren. Rund zwei Stunden vor Handelsende hatte das Papier rund fünf Prozent auf 46,24 Hongkong-Dollar verloren.

Das in China gegründete Unternehmen, das zwischen 2021 und 2022 seinen Sitz nach Singapur verlagert hatte, hatte zuvor schon an den Finanzplätzen London und New York versucht, an die Börse zu gehen. Berichten zufolge scheiterte das Vorhaben jedoch am Widerstand Pekings.

Beim Pharmakonzern Merck KGaA sowie beim Aromen- und Duftstoffehersteller Symrise sorgten neue Kaufempfehlungen für gute Stimmung. Die Aktien stiegen um 2,3 respektive 1,6 Prozent.

(mit Material von dpa-AFX)

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