Broadcom: Bei diesem Umsatzausblick ist die Aktie günstig
Broadcom fällt trotz starker Zahlen rund drei Prozent. Der KI-Umsatzplan von 115 Milliarden Dollar bis 2027 macht die Aktie weiter günstig, trotz OpenAI-Risiko und Kursschwankung.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Broadcom erlebt nach den Zahlen eine starke Schwankung. Die Aktie fällt zunächst bis rund sieben Prozent, dreht dann zeitweise fast ins Plus und liegt später wieder rund drei Prozent im Minus. Die Telefonkonferenz liefert die wichtigsten positiven Impulse.
Das Custom-Silicon-Geschäft bleibt der Treiber. Zu den grossen Kunden gehören Alphabet, Anthropic und OpenAI. Alphabet hat die Auslieferung neuer TPU-Generationen bereits hochgefahren. Anthropic soll insgesamt fünf Gigawatt an Broadcom-TPUs nutzen. OpenAI liegt mit dem Jalapeno-Projekt ebenfalls bei mehr als fünf Gigawatt und hat bis 2027 bereits 1,3 Gigawatt Kapazität auf der Uhr.
Broadcom sichert sich Lieferkapazitäten, um den KI-Umsatz bis 2027 auf 115 Milliarden Dollar zu steigern. Zum Vergleich: Im abgeschlossenen Quartal lag der Konzernumsatz bei knapp 30 Milliarden Dollar. Für 2027 und 2028 stehen jeweils Wachstumsraten von rund 100 Prozent im Raum.
Auch die aktuellen Zahlen schlagen die Erwartungen. Der Gewinn liegt acht Cent über dem Konsens, der Umsatz mehr als 160 Millionen Dollar darüber. Die Umsatzguidance für das vierte Quartal von 34,8 Milliarden Dollar bleibt der einzige Dämpfer. Sie liegt leicht unter den Erwartungen, bedeutet aber weiter rund 92 bis 93 Prozent Wachstum zum Vorjahr.
Charttechnik
Die Aktie ist von fast 500 Dollar auf unter 370 Dollar gefallen. Analysten bleiben mehrheitlich positiv. Bank of America senkt das Ziel von 530 auf 460 Dollar. Bernstein hebt von 550 auf 575 Dollar an, Goldman Sachs von 525 auf 540 Dollar.
Einschätzung
Broadcom wirkt mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis um 22 für dieses Wachstum günstig. Die Abhängigkeit von OpenAI und Anthropic bleibt ein Risiko, doch genau diese Kunden können auch den nächsten Bewertungsschub liefern.




