Rauswurf aus den USA zwingt Polestar zu Prognosesenkung
03. Sep (Reuters) - Der mehrheitlich zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Elektroautobauer Polestar hat nach seinem erzwungenen Rückzug vom US-Markt seine Lieferprognose für 2026 eingedampft und damit seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Der schwedische Autohersteller erwarte für dieses Jahr nun nur noch ein Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zuvor war ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich in Aussicht gestellt worden. Die Aktie gab im vorbörslichen US-Handel um fast sechs Prozent nach.
Hintergrund ist der Druck der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gegen Fahrzeuge mit chinesischer Beteiligung. Die Regierung in Washington hatte Polestar die Zulassung für den Verkauf von Fahrzeugen ab dem Modelljahr 2027 verweigert. "Wir arbeiten in einem herausfordernden Umfeld und konzentrieren uns weiterhin diszipliniert auf die Verbesserung des Geschäfts", sagte Vorstandschef Michael Lohscheller. Im zweiten Quartal sank der Umsatz um acht Prozent auf 727 Millionen Dollar, der Absatz ging um vier Prozent zurück. Für die Restrukturierung des US-Geschäfts fielen Belastungen von rund 130 Millionen Dollar an.
Trotz der Probleme blickt das Unternehmen nach vorn. Als Hoffnungsträger gilt der neue SUV Polestar 4, für den die Bestellbücher seit Mittwoch geöffnet sind. Es ist das erste einer Reihe neuer Modelle, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen sollen. Im ersten Halbjahr 2026 konnte Polestar seinen Absatz mit 30.423 Fahrzeugen auf dem Niveau des Vorjahres halten.
(Bericht von Prathik Jayaprakash in Bangalore und Marie Mannes in Stockholm; Anneli Palmen, redigiert von Ralf BanserBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
