Polizei fahndet nach Verdächtigem für Anschläge auf Stromnetz

Reuters · Uhr

Düsseldorf, 04. ⁠Sep (Reuters) - Die Polizei fahndet nach den Sabotageangriffen auf Stromnetze in Nordrhein-Westfalen mit Hochdruck nach einem Verdächtigen. Die Polizei suche nach einem 48-Jährigen aus dem nordrhein-westfälischen Gevelsberg, sagten NRW-Innenminister Herbert Reul und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt am ‌Freitag in Düsseldorf. Seine Wohnung sei durchsucht worden, dort seien "sprengstoffverdächtige Gegenstände" entdeckt worden. Der Mann habe vermutlich auch Bekennerschreiben verfasst. Darin habe ⁠er sich ⁠zum Kampf gegen fossile Energieträger bekannt. Offenbar handele es sich um einen Einzeltäter, diese Frage sei aber nicht abschließend geklärt. "Nach aktuellem Stand muss man von Klimaextremismus ausgehen", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Reul zufolge wird auch ein Zusammenhang mit mutmaßlicher Sabotage am Stromnetz in Brandenburg ‌geprüft.

In Nordrhein-Westfalen hatten Unbekannte am Dienstagabend ein ‌Umspannwerk angegriffen, woraufhin mehrere Blöcke der Kohlekraftwerke von RWE in Niederaußem und Neurath vorübergehend vom Netz mussten. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt hier wegen verfassungsfeindlicher ⁠Sabotage. "Das war Absicht, das war eine Straftat", hatte NRW-Innenminister Reul gesagt: "Wer da ‌rangeht, greift unser Land an." ⁠In Brandenburg hatten Unbekannte am Dienstagmorgen versucht, mit einem Angriff auf ein Umspannwerk nahe dem Kraftwerk Jänschwalde einen großflächigen Stromausfall auszulösen. Nahe des Umspannwerks in Dormagen-Gohr in Nordrhein-Westfalen war es dann ‌am Donnerstagabend zu einem weiteren ⁠Sabotageversuch gekommen. RWE zufolge fand die ⁠Polizei dort in der Nähe von Stromleitungen des Versorgers Abschusseinrichtungen.

Reul zufolge hat der mutmaßliche Verfasser der Bekennerschreiben auch Namen und Anschrift auf den Briefen vermerkt. Die Ermittler prüften nun, ob der Verfasser wirklich mit den Taten zu tun habe. "Die Lage ist sehr komplex", unterstrich Reul. Wo sich der Verdächtige aufhalte, sei unklar. "Mich würde es nicht wundern, wenn er in Deutschland ist", fügte Reul hinzu.

(Bericht ⁠von Matthias Inverardi, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‌Märkte).)

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