Portugal: Lufthansa und Air France-KLM sollen TAP-Angebote nachbessern

Reuters · Uhr

Lissabon/Berlin, 04. ⁠Sep (Reuters) - Der Bieterkampf um die portugiesische Staatsairline TAP geht in die finale Runde. Portugals Regierung forderte die Lufthansa und Air France-KLM am Freitag auf, verbesserte Angebote für eine Minderheitsbeteiligung an TAP vorzulegen. Beide großen Airline-Gruppen bekräftigten ihr anhaltendes Interesse, ließen sich aber nicht in die Karten ‌schauen. Sie hatten Ende Juli als einzig verbliebene Bieter ihre verbindlichen Offerten eingereicht. Portugal will einen Anteil von 44,9 Prozent an einen strategischen Partner verkaufen, um die TAP ⁠wettbewerbsfähiger zu machen. ⁠Der portugiesische Kabinettsminister Antonio Leitao Amaro sagte, die beiden Angebote hätten sich zwar inhaltlich unterschieden, seien aber insgesamt als weitgehend gleichwertig eingestuft worden.

"Deshalb haben wir beschlossen, eine letzte, auf einige Wochen angelegte Verhandlungsrunde zu starten, in der wir von den Bietern eine Verbesserung ihrer Angebote erwarten", sagte der Politiker nach einer Kabinettssitzung zu Journalisten.

LUFTHANSA SCHIELT AUF TAP-VERBINDUNGEN ‌NACH BRASILIEN

"Wir begrüßen, dass die portugiesische Regierung mit der ‌Lufthansa Group in einen vertieften Dialog zu unserem Ende Juli eingereichten Angebot eintritt", erklärte die deutsche Fluggesellschaft. Man freue sich darauf, den Prozess in den kommenden Wochen konstruktiv weiterzuführen. "Unser Ziel bleibt es, ⁠eine langfristige Partnerschaft mit TAP und Portugal aufzubauen."

Air France-KLM erklärte, man nehme die Entscheidung der ‌portugiesischen Regierung zur Kenntnis, eine weitere Runde ⁠im Bieterverfahren einzuleiten. "Die fortgesetzte Teilnahme der Gruppe an dieser Phase unterstreicht ihr unverändertes Interesse an TAP - wir sehen der nächsten Phase des Verfahrens erwartungsvoll entgegen."

Für die Lufthansa sind vor allem Verbindungen nach Lateinamerika interessant, insbesondere nach Brasilien. Lissabon soll ‌als Drehkreuz gestärkt werden und die nationale Identität ⁠der Airline TAP wie bei anderen Töchtern ⁠der Gruppe gewahrt bleiben, hatte der Konzern im Juli erklärt.

Angaben zu den gebotenen Kaufpreisen machten die Unternehmen nicht. Nach Einschätzung der Experten des Analysehauses Bernstein hat der zum Verkauf stehende Anteil einen Wert von rund 700 Millionen Euro, basierend auf einer Gesamtbewertung der TAP von 1,5 Milliarden Euro. Die Privatisierung der Airline war im Juli 2025 neu gestartet worden. Nach Ansicht der Regierung muss die Fluggesellschaft Teil eines Luftfahrtkonzerns werden, da EU-Beihilferegeln weitere staatliche Hilfen verbieten. TAP ist auch wegen ihrer Verbindungen in ⁠das portugiesischsprachige Afrika und in die USA attraktiv.

(Bericht von Sergio Goncalves, Mitarbeit von Klaus Lauer und Joanna Plucinska, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung ‌unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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