Bei Oracle ist mir das Risiko vor den Zahlen zu hoch
Oracle liefert in dieser Woche Zahlen. Bernstein bestätigt ein Outperform-Rating mit 325 Dollar Kursziel, doch vor dem Termin bleibt das Risiko hoch.
Martin Goersch
Was bewegt die Aktie?
Oracle steht vor einem wichtigen Quartalsbericht. Die Aktie hat vom Zwischenhoch bis zum Tief 66 Prozent verloren und arbeitet inzwischen an einer Bodenbildung. Genau vor den Zahlen wirkt ein Neueinstieg aber riskant.
Bernstein bleibt optimistisch und bestätigt das Outperform-Rating mit einem Kursziel von 325 Dollar. Die Argumentation zielt auf den großen Investitionszyklus. Oracle kann mittelfristig zum drittgrößten Hyperscaler aufsteigen, wenn Umsatz, Gewinn und Free Cashflow die hohen Investitionen rechtfertigen.
Besonders die Cloud-Sparte steht im Fokus. Am oberen Ende der Unternehmensprognose liegt die Wachstumserwartung bei rund 63 Prozent. Bestätigen die Zahlen diese Dynamik, kann die Aktie schnell reagieren.
Gleichzeitig bleibt der Investitionsblock groß. Für 2027 stehen rund 95 Milliarden Dollar Capex im Raum, möglicherweise sogar mehr. Dem steht ein Auftragsbestand von 640 Milliarden Dollar gegenüber. Diese Basis macht die Investitionen plausibler, beseitigt aber nicht das Ausführungsrisiko.
Charttechnik
Die Aktie läuft in Richtung des fallenden 200-Tage-Durchschnitts. Ein fallender 200-Tage-Durchschnitt wirkt oft als starker Widerstand.
Zusätzlich liegt der Kurs an einem kleineren Widerstand aus einem alten Hoch. Die Seitwärtskonsolidierung nach dem ersten Anstieg bleibt schwierig zu handeln.
Martins Einschätzung
Oracle ist spannend, aber vor den Zahlen kein aktiver Kauf. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis von rund 19,7 ähnelt Nvidia und TSMC, die Risiken sind aber höher.
Der Markt erwartet rund 28 Prozent Umsatzwachstum und rund 18 Prozent Gewinnwachstum. Nach zwei schwachen Fondsquartalen kamen zuletzt netto 22 Fonds hinzu. Starke Zahlen könnten ein Rerating auslösen, schwache Aussagen zum Ausblick würden die Risiken klar sichtbar machen.




