
Der Dax hat nach der jüngsten Stabilisierung am Montag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Klaren Kursgewinnen der technologielastigen Börsen in Japan und insbesondere in Südkorea standen weiter hohe Ölpreise gegenüber. Zudem fielen wegen eines Feiertags die US-Börsen als wichtiger Impulsgeber aus.
Der Dax verlor 0,15 Prozent auf 26.006 Punkte. Damit aber hielt sich der deutsche Leitindex letztlich über der viel beachteten Marke von 26.000 Punkten. Am Freitag war das Börsenbarometer bis auf 26.167 Punkte gestiegen, hatte dann jedoch vor der 21-Tage-Durchschnittslinie abgedreht, die als kurzfristiger technischer Trendindikator gilt. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann am Montag 0,15 Prozent auf 32.405 Punkte.
Die Lage am Ölmarkt bleibt durch die weiteren gegenseitigen Angriffe im Krieg zwischen den USA und dem Iran angespannt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November wurde zuletzt über 97 US-Dollar gehandelt. Eine Kerngruppe aus sieben Mitgliedern des Ölförderverbands Opec+ hatte am Wochenende mitgeteilt, dass sie ihre Produktionsziele im Oktober nicht weiter anheben will.
"In einem Aufwärtsszenario, in dem sich die Angriffe auf Schiffe ausweiten und intensivieren, sehen wir Brent potenziell bei 120 Dollar", sagte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, in einem Interview mit Bloomberg TV.
In Deutschland sorgten zudem der Wahlsieg der Rechtsaußenpartei AfD in Sachsen-Anhalt und die Signalwirkung des Debakels der CDU für die Bundesregierung für Gesprächsstoff. Wichtiger für die Anleger sind aber die Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed. Eine EZB-Zinserhöhung am Donnerstag um 0,25 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent ist an den Märkten inzwischen weitgehend Konsens. Mit weiteren Zinserhöhungen bis zum Jahresende rechne sie aber nicht, sagte Alessia Berardi, Head of Global Economics am Amundi Investment Institute.
Chipwerte gefragt, Verluste bei zinssensiblen Immo-Aktien
Am deutschen Aktienmarkt waren zu Wochenbeginn Halbleitertitel gefragt. Im Kielwasser der starken Kursgewinne von Samsung und SK Hynix in Südkorea ging es für den Chiphersteller Infineon um 6,4 Prozent hoch. Ihn stützte zudem eine Empfehlung von Warburg Research. Auch die Titel des Branchenkollegen Elmos sowie der Zulieferer Aixtron, Suss Microtec und Siltronic zogen an.
Beim Raumfahrtunternehmen OHB ging die Stabilisierung vom jüngsten Jahrestief mit plus zwei Prozent weiter. Am Wochenende hatte Konkurrent Isar Aerospace beim zweiten Testflug seiner Trägerrakete erfolgreich fünf Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht.
Dass die Schweizer Großbank UBS die Titel von Eon hochstufte und nun zum Kauf rät, bescherte dem Energiekonzern einen Kursanstieg von 1,2 Prozent. Für Konkurrent RWE ging es um 1,9 Prozent hoch. Die Aktien des Windturbinenherstellers Nordex verteuerten sich nach einer Kaufempfehlung der Bank of America um über zehn Prozent hoch.
Dagegen stand die zinssensible Immobilienbranche unter Druck. Für Vonovia ging es um über zwei Prozent bergab. Goldman-Analyst Jonathan Kownator strich sein Kaufvotum für die Aktien. Der Tenor auf der Branchenkonferenz sei vor dem Hintergrund steigender Zinsen vorsichtig gewesen, schrieb er. LEG, TAG Immobilien und Aroundtown zählten ebenfalls zu den Verlierern.
Wenig Bewegung bei Gold und Euro
Der Euro verteuerte sich leicht. Die Gemeinschaftswährung wurde bei 1,1629 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte sie noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1622 (Freitag: 1,1622) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8604 (0,8604) Euro.
Dem Devisenmarkt fehlte es an klaren Impulsen. In den USA wurden wegen eines Feiertags keine Konjunkturdaten veröffentlicht. Etwas gestützt wurde der Euro durch robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone.
Die fehlenden Treiber zeigten sich auch beim Goldpreis, der sich nur wenig bewegte. Zuletzt sank der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) um 0,21 Prozent auf 4.414 US-Dollar. Das Edelmetall hatte sich im August kräftig erholt, kam zuletzt aber aufgrund der Erwartungen steigender Zinsen wieder unter Druck.
(mit Material von dpa-AFX)



