
Weiter steigende Ölpreise haben am Dienstag am deutschen Aktienmarkt auf die Stimmung gedrückt. Der Leitindex Dax verharrte größtenteils in der Verlustzone und trat letztlich bei 26.007 Punkten nahezu auf der Stelle. Händler berichteten von einem schleppenden Börsengeschehen bei geringen Handelsumsätzen.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,43 Prozent auf 32.544 Punkte zu. Hier halfen die Kursgewinne von Indexschwergewichten wie Porsche AG, Knorr-Bremse und DWS.
Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent hat sich der runden Marke von 100 US-Dollar angenähert. Auch der Preis für die US-Ölsorte WTI und der europäische Gaspreis legten zu. Händler begründeten den weiteren Anstieg unter anderem mit Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das größte Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen.
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten halte die Inflationssorgen am Leben, schrieb Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Das dürfte dafür sorgen, dass höhere Zinsen für längere Zeit eingepreist werden. "Der Ölpreis bleibt damit das Fieberthermometer der Aktienmärkte", so der Marktexperte.
UBS sieht bei Fresenius deutliches Kurspotenzial
Bei den Einzelwerten sorgten Kommentare von Analysten für Bewegung: Fresenius-Aktien setzten sich mit einem Kursplus von 3,2 Prozent an die Spitze des Dax. Die Großbank UBS attestiert den Aktien des Gesundheitskonzerns fast 30 Prozent Aufwärtspotenzial und hat sie weiterhin zum Kauf empfohlen
Infineon-Aktien büßten nach einer Abstufung durch Morgan Stanley 3,9 Prozent ein. Bei dem Chip-Hersteller sehen die Experten zunächst kaum noch Auftrieb für die Markterwartungen. Kaufempfehlungen der Citigroup für die Aktien von Kion und Nordex verhalfen diesen zu Aufschlägen von 6,8 respektive 0,2 Prozent. Kion war damit größter Gewinner im MDax.
Anteile des Vermögensverwalters DWS verteuerten sich um 2,8 Prozent, angetrieben von einem Kaufvotum der US-Bank Jefferies. DWS-Aktien haben seit Jahresbeginn um fast 37 Prozent zugelegt.
Unter den kleineren Titeln im SDax fielen Hornbach Holding auf mit einem Kurssprung von 6,5 Prozent und dem höchsten Stand seit Ende vergangenen Jahres. Der Baumarktkonzern hat im zweiten Geschäftsquartal eine robuste Nachfrage verzeichnet.
Gold und Euro ohne Impulse kaum bewegt
Der Euro bewegte sich kaum. Die Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag bei 1,1625 US-Dollar gehandelt. Sie bewegte sich so auf dem Niveau vom Morgen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1614 (Montag: 1,1622) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8610 (0,8604) Euro.
Es wurden im Tagesverlauf keine marktbewegenden Daten erwartet. Nach Einschätzung der Experten der LBBW wartet der Markt auf die anstehende Zinssitzung der EZB. "Die Märkte gehen inzwischen nahezu einhellig davon aus, dass die EZB auf ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte nach oben nehmen wird", schreiben die Experten in ihrem Morgenkommentar.
Beim Goldpreis gab es ebenso keine größeren Ausschläge. Bis zum späten Dienstagnachmittag gab der Kurs je Feinunze (31,1 Gramm) moderat um 0,38 Prozent auf 4.406 US-Dollar nach. Neue Impulse für das Edelmetall stehen in der kommenden Woche mit der Fed-Zinssitzung an. Anders als bei der EZB steht nicht ganz fest, dass die US-Notenbanker die Zinsen erhöhen. Das selbst zinslose Gold reagiert üblicherweise spürbar auf Zinsveränderungen.
(mit Material von dpa-AFX)


