Google: EU-Regeln verschlechtern Suchergebnisse

Reuters · Uhr
Thema: KI

Brüssel, 08. ⁠Sep (Reuters) - Die verschärften Auflagen der Europäischen Union (EU) verschlechtern Google zufolge die Qualität von Suchergebnissen. Gleichzeitig trieben sie die Kosten für europäische Unternehmen in die Höhe, sagte ein Manager des US-Internetkonzerns ‌der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Die Verschlechterung der Qualität sei die drastischste in der 29-jährigen Geschichte der Alphabet-Tochter. Nutzer ⁠außerhalb der ⁠EU seien hiervon nicht betroffen.

Auf Basis des Digital Markets Act (DMA) hatte die EU Google eine Strafe von 460 Millionen Euro aufgebrummt, weil der Suchmaschinen-Weltmarktführer seine eigenen Dienste bevorzugt habe. Dies gelte unter anderem für Preisvergleichs- und Buchungsseiten wie ‌Booking.com oder Expedia. Google muss zudem binnen ‌60 Tagen die Aufbereitung der Suchergebnisse gesetzeskonform gestalten. Ansonsten drohten dem US-Konzern zusätzliche Strafen von bis zu fünf Prozent des weltweiten ⁠Umsatzes.

In der Google-Suche wird den Angaben zufolge künftig eine spezialisierte ‌Preisvergleichs- oder Buchungsseite prominent angezeigt. ⁠Darunter finden sich Links zu zwei weiteren Anbietern sowie kleinere Anzeigen von Hotels, Fluggesellschaften oder Restaurants mit ausgewählten Informationen wie aktuellen Preisen. Die Auswahl und die ‌Reihenfolge der präsentierten Unternehmen bestimme ⁠der Google-Algorithmus.

Die bereits zuvor auf ⁠Anweisung der EU umgesetzten Veränderungen hätten europäischen Unternehmen einen Einbruch bei Buchungen um 30 Prozent eingebrockt, betonte Google. Durch die zusätzlichen Anpassungen müssten sie mit zusätzlichen Einbußen rechnen. Der US-Konzern musste in den vergangenen Jahrzehnten wegen diverser Verstöße gegen EU-Gesetze insgesamt 10,38 Milliarden Euro an Geldbußen zahlen.

(Bericht von Foo Yun Chee; geschrieben von Hakan Ersen, redigiert ⁠von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‌Märkte).)

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