Münchener Rück: Welle von Versicherungsfusionen in USA zu erwarten
Monte Carlo, 08. Sep (Reuters) - Die Konsolidierung der US-Versicherungsbranche wird sich nach Einschätzung der Münchener Rück in den kommenden Jahren beschleunigen. Dabei spielten Rückversicherer bei der Finanzierung von Übernahmen und Fusionen eine immer größere Rolle, sagte Marcus Winter, Nordamerika-Chef des deutschen Konzerns, dem Branchendienst The Insurer am Dienstag. The Insurer gehört zum Informations- und Technologiekonzern Thomson Reuters.
Bei der Ausgabe neuer Aktien müsse zwar kein Geld zurückgezahlt werden, diese Art der Kapitalaufnahme sei jedoch relativ teuer, erläuterte Winter. Die Aufnahme von Schulden sei zwar günstiger, biete aber wenig Flexibilität. Hier kämen sogenannte strukturierte Rückversicherungen ins Spiel. Sie vereinten relativ große Flexibilität und niedrigere Kosten. Mithilfe strukturierter Rückversicherungen können Unternehmen Risiken einer Übernahme absichern oder Eigenkapital für eine solche Transaktion freisetzen.
Er beobachte eine stetig wachsende Nachfrage nach solchen Produkten, fügte Winter hinzu. Bei Fusionen und Übernahmen würden neben den klassischen Instrumenten immer öfter strukturierte Rückversicherungen als Teil eines Finanzierungspakets genutzt. Da der US-Versicherungsmarkt stark fragmentiert sei, rechne er in den kommenden Jahren mit einer Fusionswelle und einem entsprechenden Nachfrageschub nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. Strukturierte Rückversicherungen eröffneten Unternehmen auch in anderen Fällen zusätzliche Wege der Kapitalbeschaffung, wenn beispielsweise der Gang an den Anleihemarkt weniger attraktiv erscheine.
(Bericht von Richard Banks; geschrieben von Hakan Ersen, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
