VDMA sieht "Alarmsignal" durch abwandernde Forschung im Maschinenbau
Berlin, 08. Sep (Reuters) - Der Maschinenbauverband VDMA warnt vor einer Abwanderung industrieller Forschung ins Ausland. 69 Prozent der befragten Mitgliedsfirmen hätten angegeben, dass sie ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Ausland ausbauen würden, teilte der Verband am Dienstag mit Blick auf eine entsprechende Erhebung mit. "Das ist ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland – auch weil wir mit 190.000 Ingenieuren wichtigster Wertschöpfungspartner für neue Produkte und Prozesse der Wirtschaft sind", sagte der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen. Zwar investierten die Firmen im Maschinenbau auch weiter an ihren Stammsitzen in Deutschland. Es gebe aber Umsatzrückgänge und hohe Standortkosten. Die Bundesregierung müsse die Voraussetzungen für Investitionen und Innovationen schaffen.
Rauen kritisierte deshalb die geplante Kürzung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) im Etat des Bundeswirtschaftsministeriums 2027 als "fatales Signal". Es gebe kein besseres Instrument für die Brückenbildung zwischen Wissenschaft und Industrie. "Unter der Kürzung leiden gerade jene Unternehmen, die noch stark auf den FuE-Standort Deutschland setzen." Bei der IGF schließen sich vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zusammen, weil sie sich keine eigenen Forschungsabteilungen leisten können.
(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)




