Netzagentur: Viele Gebote für neue Gaskraftwerke
Düsseldorf, 09. Sep (Reuters) - Bei der Bundesnetzagentur sind in der ersten Runde der Ausschreibung des Bundes für neue Gaskraftwerke zahlreiche Gebote eingegangen. Die Ausschreibung sei deutlich überzeichnet gewesen, teilte die Bonner Behörde am Mittwoch mit. Eine genaue Zahl nannte sie nicht. Die Netzagentur beginne jetzt mit der Prüfung der Gebote. Dabei gehe es insbesondere darum, ob die Bieter alle Teilnahmevoraussetzungen erfüllen und keine Ausschlussgründe vorliegen. Ein Gebot wäre etwa auszuschließen, wenn es Bedingungen, Befristungen oder sonstige Nebenabreden enthielte. Die Zuschläge würden bis zum 3. November bekannt gegeben.
Die modernen Gaskraftanlagen sollen zu jeder Zeit einspringen können, wenn die immer größer werdende Stromversorgung aus erneuerbaren Energien nicht ausreicht. Die neuen Kraftwerke sollen später auch mit Wasserstoff betrieben werden.
Konzerne wie RWE und Uniper hatten angekündigt, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen. Uniper wollte sich nicht konkret dazu äußern. Mit den Standorten Scholven und Staudinger verfüge der Konzern über zwei weit entwickelte Projekte für künftige wasserstofffähige Kraftwerke mit einer geplanten Gesamtleistung von rund 1,7 Gigawatt. Beide Vorhaben seien auf die Ausschreibungen vorbereitet und hätten gute Voraussetzungen für das Verfahren. Auch RWE wollte zu laufenden Auktionen nicht äußern.
NOCH DIVERSE WEITERE RUNDEN GEPLANT
2026 gebe es zwei Ausschreibungen für Erzeugungsanlagen, die über einen längeren Zeitraum Strom erzeugen können, erklärte die Netzagentur. In diesen beiden Ausschreibungen würden jeweils 4,5 Gigawatt reduzierte Leistung ausgeschrieben. Für den Fall, dass die ausgeschriebene reduzierte Leistung nicht in der vollen Höhe von neun Gigawatt vergeben werden könne, würde es einen dritten Gebotstermin am 18. Mai 2027 geben. Bis 2029 seien weitere Runden geplant.
(Bericht von Tom Käckenhoff und Christoph Steitz, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

