Geldpolitik

EZB erwartet wegen Iran-Krieg länger erhöhte Inflation

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Ungvari Attila/Shutterstock.com

Die Menschen im Euroraum müssen sich nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) bis mindestens 2027 auf eine erhöhte Teuerungsrate einstellen. Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank weiterhin 3,0 Prozent Inflation, wie sie auf Basis jüngster Prognosen mitteilte. Der Wert liegt deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2,0 Prozent, bei der die EZB ihr wichtigstes Ziel gewahrt sieht: für einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen zu erhalten.

Auch 2027 mit 2,5 Prozent und 2028 mit 2,1 Prozent wird bei der Inflation nach Einschätzung der EZB die Zielmarke verfehlt werden. Im August waren die Verbraucherpreise im Euroraum nach erster Schätzung der Statistikbehörde Eurostat 3,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das ist die höchste Teuerungsrate seit September 2023.

Mit dem Iran-Krieg sind die Energiepreise im Euroraum stark gestiegen, was Autofahrer beim Tanken und Hausbesitzer beim Heizen spüren. Der Preis für Brent-Öl stieg zuletzt über die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter).

Wirtschaft hält sich robuster als erwartet

Zugleich wird die EZB etwas optimistischer, was das Wirtschaftswachstum angeht: Für 2026 veranschlagt sie nun ein Plus von 0,9 Prozent, bei der Prognose vor drei Monaten waren es noch 0,8 Prozent. Auch die Erwartungen für 2027 wurden etwas erhöht auf 1,4 Prozent Wachstum. 2028 rechnet die EZB dann mit einem Plus von 1,5 Prozent im Euroraum.

Trotz des Ölpreisschocks ist die Wirtschaft im Währungsraum im zweiten Quartal 2026 um 0,6 Prozent zum Vorquartal gewachsen, auch Europas größte Volkswirtschaft Deutschland entwickelte sich mit drei Wachstumsquartalen in Folge besser als erwartet.

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