Ryanair-Chef: Chef der britischen Flugsicherung lügt über Systemausfall
Dublin, 10. Sep (Reuters) - Ryanair-Chef Michael O'Leary hat dem Chef der britischen Flugsicherung NATS, Martin Rolfe, vorgeworfen, über die Ursache eines schweren Systemausfalls vor einigen Tagen zu lügen. O'Leary erklärte am Donnerstag, NATS habe der Fluggesellschaft mitgeteilt, dass ein fehlerhafter Flugplan den Ausfall in dieser Woche verursacht habe - also dieselbe Ursache wie bei einer schweren Störung im Jahr 2023. Rolfe hatte dagegen am Mittwoch im BBC-Hörfunk erklärt, er gehe von einer anderen Ursache aus. "Ich glaube, er lügt, um seine Haut zu retten", sagte O'Leary.
Der Ryanair-Chef fordert seit Längerem den Rücktritt des Behördenchefs. NATS wies die Vorwürfe zurück und erklärte, der jüngste Ausfall sei auf ein anderes Problem zurückzuführen. Die britische Regierung hat Rolfe eine Woche Zeit gegeben, um die Ursache des jüngsten Systemausfalls zu untersuchen. Die Störung hatte zu Tausenden Flugausfällen geführt, auch Flüge der Lufthansa-Gruppe waren betroffen. Verkehrsministerin Heidi Alexander hatte Rolfe zu einem Gespräch einbestellt. Sie erklärte am Mittwoch, der Vorfall wäre vermeidbar gewesen. Sie habe zudem die Luftfahrtbehörde CAA mit einer unabhängigen Überprüfung beauftragt.
Ryanair hat die Flugsicherung vor dem High Court in London auf mehr als sieben Millionen Pfund (9,50 Millionen Dollar) Schadenersatz wegen des Ausfalls im Jahr 2023 verklagt. Damals ergab eine Untersuchung, dass ein extrem seltener Fehler in einem Flugplan die Störung verursacht hatte. Zwei verschiedene Wegpunkte trugen denselben Namen, was das System und dessen Backup in einen Sicherheitsmodus versetzte. O'Leary dringt darauf, dass der Flugsicherungsbetreiber Gewinne in technische Modernisierungen und Personal steckt.
(Bericht von Conor Humphries; geschrieben von Ilona Wissenbach, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)