
Der Preis für Rohöl ist am Donnerstag erneut gestiegen. Am Nachmittag kletterte der Preis für die globale Benchmark-Sorte Brent bis auf 105 US-Dollar je Barrel (159 Liter), das höchste Niveau seit Mitte Mai. Treiber bleiben weiterhin die Kämpfe im Iran-Krieg. Zudem vermeldete Saudi-Arabien, dass die Ölförderung des Landes auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten gefallen sei.
Laut örtlichen Medienberichten war es im Bereich der Straße von Hormus zu Explosionen gekommen. Betroffen seien die Insel Gheschm in der Meerenge sowie die Städte Sirik und Minab, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf amtliche Quellen. Die Explosionen hätten sich auf dem Meer ereignet, hieß es weiter. Die Ursache der Explosionen sowie die genaueren Umstände blieben zunächst unklar.
Das US-Militär hatte zuletzt mehrfach iranische Öltanker in der Straße von Hormus oder angrenzenden Gewässern angegriffen. Es reagierte damit nach eigener Darstellung auf Attacken der Iranischen Revolutionsgarden auf US-Kriegsschiffe in der Region.
Förderung in Saudi-Arabien fällt auf tiefsten Stand seit 1990
Unterdessen vermeldete Saudi-Arabien gegenüber dem Ölkartell Opec, dass die Förderung im Land im August so niedrig ausfiel wie zuletzt 1990. Das berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Dem Bericht zufolge förderte das Land nur noch 6,24 Millionen Barrel pro Tag, ein Rückgang um 1,9 Millionen Barrel.
Darüber hinaus erklärte Saudi-Arabien in seinem Opec-Bericht, dass die Versorgung an den Markt im vergangenen Monat bei 7,12 Millionen Barrel pro Tag lag. In dieser Zahl sind Bewegungen aus Reserven inbegriffen. Daher signalisiert der Bericht, dass Saudi-Arabien seine Rohöl-Lager angezapft haben könnte.
Die wiederaufgeflammten Kämpfe der vergangenen Woche beendeten eine Phase relativer Ruhe und trieben die Preise für Öl und Erdgas nach oben. Brent hat sich in diesem Jahr bislang um fast 70 Prozent verteuert, liegt aber noch deutlich unter dem Kriegshoch von 126 US-Dollar je Barrel aus dem April.
Für deutlich höhere Preise müsse sich die jüngste Eskalation jedoch stärker in erneuten Störungen der Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus niederschlagen, sagte Warren Patterson, Rohstoffstratege bei der niederländischen Bank ING, der Nachrichtenagentur Bloomberg



