Vor EZB-Entscheid: Dax mit leichten Verlusten

Dank eines zunächst nicht mehr weiter steigenden Ölpreises hat sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag stabilisiert. Nach anfänglich leichten Kursgewinnen drehten die Kurse binnen der ersten Handelsstunde leicht auf zuletzt minus 0,1 Prozent ins Negative. Über den Tagesausgang dürften voraussichtlich aber die Zinsentscheidung und die begleitenden Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) am frühen Nachmittag entscheiden.
In den ersten Handelsminuten lag der Dax mit 25.600 Zählern leicht im Plus. Am Vortag hatte ein herber Rücksetzer den Dax auf ein Tief seit Ende Juli gedrückt, belastet von dem auf über 100 US-Dollar gestiegenen Brent-Ölpreis. Der MDax bewegte sich mit 32.057 Punkten am Donnerstag kaum von der Stelle. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 lag moderat im Plus.
Von der EZB wird von Experten ganz überwiegend die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr erwartet. Damit würde sich der Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent erhöhen. Höhere Zinsen sind tendenziell eine Belastung für die Aktienmärkte. Sie erhöhen die Finanzierungskosten von Unternehmen, verteuern Investitionen und machen Anleihen als alternatives Investment attraktiver.
Porsche profitiert von Bugatti-Verkauf
Zu den Gewinnern des Börsenhandels am Morgen zählen Aktien des Autoherstellers Porsche AG. Die Aktien legten in der Spitze um 2,5 Prozent zu, gaben die Gewinne dann aber zum Teil schnell wieder ab.
Hintergrund des Anstiegs ist die Nachricht, dass Porsche die Sportwagen-Schmiede Bugatti und den E-Auto-Bauer Rimac verkauft hat. Mit der Transaktion haben die Zuffenhausener eine Milliarde Euro eingenommen.
Nach Genehmigung durch die Behörden sei der Verkauf der Anteile nun vollzogen worden, teilte die Tochtergesellschaft des VW-Konzerns am Mittwoch nach Börsenschluss in Stuttgart mit. Von dem Erlös will Porsche 250 Millionen Euro für die Ausfinanzierung seiner Pensionsverpflichtungen verwenden.
Rheinmetall unter 1.000 Euro – aber nur kurz
Nach vorbörslichen Verlusten und einem zwischenzeitlichen Absinken des Kurses unter 1.000 Euro sind die Aktien von Rüstungskonzern Rheinmetall etwas höher in den Xetra-Handel gestartet. Der Kurs notierte eine halbe Stunde nach Handelsbeginn dennoch 0,9 Prozent unterhalb des Vortages-Schlusskurses bei 1.004 Euro.
An der Börse ist man inzwischen in Bezug auf Rheinmetall viel kritischer, was die Umsetzung der Rekordaufträge des Konzerns betrifft. Zudem sorgt die Stärke der AfD für Sorgen um die Zeitenwende der Rüstungsinvestitionen seit der Ukraine-Invasion Russlands 2022. Die Rechtsaußen-Partei gilt als russlandfreundlich und setzt auf Annäherung.
Die US-Großbank JPMorgan drückte Rheinmetall-Aktien nun sogar den Stempel "Negative Catalyst Watch" auf. Die JPMorgan-Analysten gehen skeptisch in den Kapitalmarkttag im November. Sie befürchten einen neuen Mix bei den Umsatzzielen, mit weniger Erlösen aus für den Konzern profitableren "alten Produkten" wie Munition und bemannten Fahrzeugen.
(mit Material von dpa-AFX)
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