Anklage gegen Hamas-Mitglieder wegen Anschlagsplanung in Deutschland und Österreich
Berlin, 11. Sep (Reuters) - Die Bundesanwaltschaft hat wegen des Vorwurfs geplanter Anschläge in Deutschland und Österreich Anklage gegen sieben mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas erhoben. Den Beschuldigten werden Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Verstöße gegen das Waffenrecht vorgeworfen, wie die oberste deutsche Anklagebehörde am Freitag mitteilte. Drei der Angeklagten sollen demnach zudem gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben.
Laut Anklage sollen alle Beschuldigten der Hamas angehört haben und an der Beschaffung von Waffen und Munition in Deutschland beteiligt gewesen sein. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, einen für Anfang Oktober 2025 geplanten Anschlag in Deutschland oder Österreich auf israelische Repräsentanten, Juden oder proisraelische Personen vorbereitet zu haben. Die Tat sollte offenbar in Zusammenhang stehen mit dem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem 1200 Menschen getötet und 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden waren.
Bei den Festnahmen im Oktober 2025 stellte die Polizei nach Angaben der Bundesanwaltschaft ein vollautomatisches Gewehr, 13 Pistolen und mehr als 700 Schuss Munition sicher. Die Waffen seien teilweise nach Wien gebracht und dort gelagert worden. Die Anklage wurde am 8. September beim Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin erhoben. Alle Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft.
(Bericht von Alexander RatzRedigiert von Scot W. StevensonBei Rückfragen wenden Sie sich an berlin.newsroom@tr.com)


