Chiphersteller Enflame zündet Kursfeuerwerk bei Börsendebüt in Shanghai

Reuters · Uhr

Shanghai/Frankfurt, 11. ⁠Sep (Reuters) - Der vom chinesischen Tech-Konzern Tencent unterstützte KI-Chiphersteller Enflame Technology hat am Freitag ein fulminantes Börsendebüt hingelegt. Das Kursplus in Shanghai summierte sich in der Spitze auf mehr als 200 Prozent. Die Aktie eröffnete an der Börse mit 410 Yuan und lag ‌damit weit über dem Ausgabepreis von 142,18 Yuan. Aus dem Handel ging sie bei rund 397 Yuan. Dabei entwickelte sich das Papier deutlich besser als ⁠der Gesamtmarkt. ⁠Der chinesische Tech-Index STAR50 gab ein Prozent nach, der CSI300 0,8 Prozent.

Das Debüt von Enflame, das 6,12 Milliarden Yuan (912 Millionen Dollar) aus dem Börsengang erlöste, reiht sich ein in eine Welle von fulminanten Börsendebüts chinesischer KI-Chiphersteller. Die Regierung in Peking treibt die Entwicklung heimischer Alternativen zu US-Anbietern wie Nvidia voran. "Derzeit ist die ‌Zeichnung neuer Aktien auf dem A-Aktienmarkt einer der ‌wenigen Investmentansätze, die Anlegern sichere Renditen bieten können", sagte Shen Meng, Direktor bei der Investmentbank Chanson & Co. Chiphersteller böten Anlegern klarere Wachstumsaussichten, während die US-Beschränkungen das Interesse an heimischen ⁠Alternativen erhöht hätten.

Enflame schreibt bislang jedoch noch keine Gewinne. Der Nettoverlust verringerte sich 2025 ‌auf 1,16 Milliarden Yuan von 1,51 ⁠Milliarden Yuan im Vorjahr, während der Umsatz um 37 Prozent auf 990,2 Millionen Yuan stieg. Größter Anteilseigner und zugleich wichtigster Kunde ist der Technologiekonzern Tencent, auf den mehr als 80 Prozent des Umsatzes entfallen. Für die ‌ersten neun Monate des Jahres 2026 ⁠prognostiziert Enflame einen Umsatz zwischen 2,3 und ⁠drei Milliarden Yuan bei einem Nettoverlust von 700 bis 860 Millionen Yuan. Das Unternehmen rechnet damit, 2026 oder 2027 die Gewinnschwelle zu erreichen.

Während es bei den Börsengängen chinesischer KI-Unternehmen zuletzt rund lief, schaute der Online-Modehändler Shein in die Röhre. Seit dem verhaltenen Debüt Anfang September hat die Aktie rund 17 Prozent verloren. Anleger und Analysten zufolge belasten höhere Einfuhrzölle in wichtigen Märkten, wachsende regulatorische Risiken und ein verschärfter Wettbewerb die Wachstumsaussichten des Unternehmens.

(Bericht von Yantoultra ⁠Ngui, Samuel Shen, Sabrina Frangos, Daniela Pegna, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen ‌und Märkte).)

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