
Der Dax hat nach seinem jüngsten Kursrutsch am Freitag einen Stabilisierungsversuch unternommen. Angesichts der weiter hohen Ölpreise und vor wichtigen Inflationsdaten aus den USA hielt sich die Kaufbereitschaft der Anleger zunächst aber in Grenzen.
In den ersten Handelsminuten legte der deutsche Leitindex um 0,2 Prozent auf 25.420 Punkte zu. Damit blieb er klar über der für den mittel- bis langfristigen Trend wichtigen 100-Tage-Linie. Auf Wochensicht zeichnet sich aber ein Rückgang um 2,3 Prozent ab.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Freitagmorgen 0,2 Prozent auf 31.539 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um knapp 0,6 Prozent hoch.
Aus Übersee kommt wenig Unterstützung für die hiesigen Märkte. In New York weiteten die wichtigsten Indizes am Donnerstag nach dem europäischen Handelsende ihre Verluste noch etwas aus - aktuell zeichnet sich aber auch hier eine Stabilisierung ab. Dagegen dominierten in Asien die Verluste, insbesondere bei den technologielastigen Leitindizes in Tokio und Seoul.
Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent war in der Nacht mit weiteren Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus sowie neuen Gefechten zwischen jemenitischen Huthi-Milizen und saudisch unterstützten Kräften deutlich gestiegen und der Marke von 110 US-Dollar nahe gekommen. Zuletzt gab er indes etwas nach.
Flatexdegiro: Streit im Aufsichtsrat
Wegen unterschiedlicher Auffassungen zu strategischen Unternehmensfragen verlassen gleich zwei Aufsichtsratsmitglieder des Onlinebrokers Flatexdegiro das Gremium. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Hans-Hermann Lotter, habe sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit.
Über den Entschluss habe er in einer Aufsichtsratssitzung persönlich informiert. Sein Stellvertreter Stefan Müller wurde mit sofortiger Wirkung interimistisch zum Aufsichtsratschef gewählt. Mit Martina Pfeifer verlässt zudem ein weiteres Mitglied das Gremium. Die Reaktion an der Börse fiel harsch aus.
Am Freitagmorgen sackte die Flatex-Aktie zunächst um elf Prozent ab, die Verluste dann aber etwas eindämmen. Zuletzt stand sie noch knapp sechs Prozent im Minus. Für Börsianer wirft der Weggang der beiden Aufsichtsräte offenbar einige Fragen auf - vor allem mit Blick auf das Tempo des Wechsels.
Lotter werde spätestens am 10. Oktober 2026 aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, teilte Flatex weiter mit. An diesem Tag werde auch Pfeifer das Gremium verlassen. Diese Entscheidung beruht laut Mitteilung auf "unterschiedlichen Auffassungen zu wesentlichen Fragen hinsichtlich der künftigen strategischen Ausrichtung und Positionierung des Unternehmens."
Der Aufsichtsrat will umgehend die Suche nach geeigneten Kandidaten einleiten. Das Gremium hat ursprünglich insgesamt fünf Mitglieder.
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