Drei Fragen an Bernecker 11.09.2026

Fed-Zinserhöhung? Sanierung bei VW? Ölpreis als Problem?

onvista · Uhr
Quelle: Bernecker

Die Chancen einer Fed-Zinserhöhung kommende Woche stehen 40:60 - was erwarten Sie?

Fed-Chef Kevin Warsh handelt so ähnlich wie sein Vorbild Alan Greenspan. Er bleibt zweideutig, wofür es die schöne sinngemäße Äußerung von Greenspan nach den damals üblichen Kongress-Anhörungen gibt: „Wenn ich Ihnen übermäßig klar erscheine, müssen Sie mich missverstanden haben.“ Jeder Banker konnte sich daraus jeweils seine eigene Meinung bilden.

Warsh macht es richtig, wenn er mit dieser Zurückhaltung die allgemeinen Spekulationen dämpft oder unterläuft. Dies trägt zur Disziplinierung der Spekulation bei. Mithin sind Wetten auf einen Zinsentscheid unsinnig und nur ein Spiel.

Stimmt VWs Zukunftsplan Sie optimistisch?

Der Zukunftsplan von VW ist eine Überbrückung bis zur endgültigen Entscheidung nach der Landtagswahl im September nächsten Jahres in Niedersachsen. Verbindliche Verträge gibt es nicht. Der zusätzliche Abbau von 50.000 Stellen ist nur die Hälfte der Wahrheit. Dazu gehört auch, dass ein möglicher Verkauf des Werkes Emden einzukalkulieren ist. Darüber wird zurzeit verhandelt.

Was Osnabrück angeht, ist die Sache bereits entschieden. Die SPD in Niedersachsen bereitet sich sehr sorgfältig auf die Landtagswahl vor. Das bedeutet insgesamt: Die VW-Sanierung ist im Prinzip vereinbart, aber die konkreten Schritte stehen noch aus. Dennoch: Die Wende von VW ist vergleichbar mit der Wende der deutschen Konjunktur. Die Luft nach unten ist ausgeschöpft, die Luft nach oben ist beträchtlich, aber langfristig angelegt.

Wird der Ölpreis nochmal zum Problem?

Der Ölpreis hat eine extreme Schwankungsbreite von rund 120 US-Dollar das Barrel nach oben und circa 70 US-Dollar als Unterkante. Alle Schwankungen dazwischen beruhen auf besonderen Ereignissen von einem Tag auf den anderen oder auf Ankündigungen. Im Hintergrund steht: Die Grundversorgung mit Öl gilt weltweit größtenteils als gesichert.

Der Anteil der Spekulation ist allerdings erheblich. Zum einen an den Terminmärkten mit täglicher Notierung und zum anderen an den Umgehungen der Öltransporte inklusive Schattenflotten, in deren Mittelpunkt zum einen die Russen stehen und zum anderen die griechischen Tankergrößen, was weitgehend unbekannt ist. Also: Die Probleme sind nicht substanziell, aber markttechnisch schwer in den Griff zu bekommen.

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