Ölpreis-Anstieg vorerst gebremst - Versorgungsängste bleiben

Reuters · Uhr

Frankfurt, 11. ⁠Sep (Reuters) - Der zuletzt rasante Ölpreisanstieg hat zum Wochenschluss an Fahrt verloren. Die Notierungen für das Nordseeöl Brent und WTI gaben am Freitag um mehr als ein Prozent auf 105,78 beziehungsweise 101,19 Dollar ‌je Fass nach, hielten sich aber weiter jenseits der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke. Auf Wochensicht haben die Preise wegen der zunehmenden Furcht ⁠vor langfristigen ⁠Versorgungsausfällen bei Lieferungen aus dem Nahen Osten um gut 13 Prozent zugelegt.

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte am Donnerstag die Kontrolle über den jemenitischen Hafen Mokka übernommen und stellt damit eine weitere Bedrohung für den Schiffsverkehr im Roten Meer dar. ‌Für Saudi-Arabien ist der Seeweg als alternative ‌Route für den Öl-Export durch das Rote Meer besonders wichtig, da die Straße von Hormus wegen des Kriegs zwischen den USA und ⁠dem Iran weitgehend blockiert ist. Einem Medienbericht zufolge drängte der saudiarabische ‌Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Donald ⁠Trump zuletzt vergeblich zu Militärschlägen gegen die Huthi-Rebellen im Jemen. In der Straße von Hormus nahm der Schiffsverkehr unterdessen weiter ab, da sich die Angriffe auf Tanker in ‌der Region in den letzten ⁠Tagen verstärkt hatten.

Die jüngste Eskalation, ⁠die über den Iran und die Straße von Hormus hinausgehe, schüre die Befürchtung länger anhaltender Störungen in der gesamten Region, erklärten Analysten. Priyanka Sachdeva von Phillip Nova konstatierte, die Frage sei nun, "ob sich der Markt unter 120 Dollar stabilisieren kann oder ob eine weitere Welle von Angebotsunterbrechungen das Rohöl in ein völlig neues Preisregime treibt".

(Bericht von: Daniela Pegna, Sudarshan Varadhan, ⁠redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‌Märkte).)

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