United Internet streicht bei Töchtern 1&1 und Ionos rund 800 Stellen

Reuters · Uhr

Berlin, 10. ⁠Sep (Reuters) - Der Internetkonzern United Internet streicht bei seinen Töchtern 1&1 und Ionos rund 800 Arbeitsplätze. Mit den Restrukturierungsprogrammen will der Konzern seine Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit stärken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Maßnahmen führen ‌im laufenden Jahr zu einer einmaligen Ergebnisbelastung von etwa 95 Millionen Euro. Nach der Umsetzung der Programme erwartet United Internet jährliche Einsparungen ⁠von rund ⁠55 Millionen Euro, die in die weitere Unternehmensentwicklung fließen. Die Prognose für das operative Ergebnis (Ebitda) im Jahr 2026 von 1,45 Milliarden Euro sowie der Konzernumsatz bleiben von den Sonderkosten unberührt.

Bei der Telekommunikationstochter 1&1 ist die Geschäftskundensparte 1&1 Versatel betroffen. Dort wird die Zahl ‌der Vollzeitkräfte von derzeit rund 1350 auf ‌etwa 1000 reduziert. Damit will das Unternehmen Führungsstrukturen vereinfachen und Hierarchieebenen abbauen. Für dieses Programm verbucht 1&1 im Jahr 2026 einmalige Aufwendungen von ungefähr ⁠60 Millionen Euro. Nach der vollständigen Umsetzung rechnet 1&1 ab dem Geschäftsjahr ‌2028 mit einem jährlichen Ergebnisbeitrag von ⁠rund 25 Millionen Euro. Der Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen, unter anderem durch Altersteilzeit und Freiwilligenprogramme.

Die Tochter Ionos plant den Abbau von rund 450 ihrer 3800 Vollzeitstellen. Die Kürzungen fallen jeweils ‌zur Hälfte im In- und ⁠Ausland an. Ionos begründete den Schritt ⁠mit einer Ausrichtung auf neue Marktchancen, der Konsolidierung technischer Plattformen und der konsequenten Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI). Die einmaligen Restrukturierungskosten bezifferte das Unternehmen auf etwa 35 Millionen Euro. Ab 2027 erwartet Ionos jährliche Kostensenkungen von bis zu 30 Millionen Euro, die gezielt in die KI-Produktentwicklung und den Ausbau des Cloud-Geschäfts reinvestiert werden. Auch hier setzt die Geschäftsführung auf Freiwilligenprogramme im Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen.

(Bericht ⁠von Scot W. StevensonRedigiert von Isabelle NoackBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und ‌Märkte).)

Artikel teilen:

Das könnte dich auch interessieren

Kommunikationsaufsicht
Britische Behörde ermittelt gegen Meta wegen Instagram-Funktionheute, 10:32 Uhr · Reuters
Britische Behörde ermittelt gegen Meta wegen Instagram-Funktion
Einem Bericht zufolge
KI-Firma Deepseek erhält zwölf Milliarden Dollar Kapitalheute, 06:57 Uhr · Reuters
KI-Firma Deepseek erhält zwölf Milliarden Dollar Kapital
Aktien New York Ausblick
Wall Street vor Gewinnen: Tech-Rally läuft weiterheute, 12:35 Uhr · dpa-AFX
Das Straßenschild der Wall Street
Plus-Analysen
Plus
Trader-Spiel 2026
Turnaround-Chancen: Diese Aktien habe ich bisher gekauftheute, 07:01 Uhr · onvista
Plus
Mehr als KI-Spekulation
Diese drei Robotik-Aktien sind jetzt spannendgestern, 09:00 Uhr · onvista
Plus
Chartzeit Marktbericht 04.10.2026
Unter der Oberfläche ist der Markt schon ausverkauft04. Okt. · onvista