US-Verbrauchervertrauen erhält einen Knacks - Hohe Spritpreise drücken Stimmung
Washington, 11. Sep (Reuters) - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im September spürbar verschlechtert. Das Barometer für die Konsumlaune sank auf 47,8 Zähler, nach 51,7 Punkten im August, wie die Universität Michigan am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 51,0 Punkte gerechnet. "Angesichts wieder steigender Kraftstoffpreise und Handelsspannungen rechnen die Konsumenten mit einer zunehmenden finanziellen Belastung", erläuterte Joanne Hsu, die für die Verbraucherumfragen zuständig ist.
Die in der Umfrage ermittelte Inflationserwartung der Verbraucher mit Blick auf die nächsten zwölf Monate zog kräftig an: Sie stieg auf 4,6 (August: 4,0) Prozent. Dies ist der höchste Wert seit Juni. Im Februar - also kurz vor Beginn des Iran-Kriegs - waren es nur 3,4 Prozent.
Genau auf diesem Niveau hat sich die aktuelle Inflationsrate in den USA eingependelt. Damit dürfte die Notenbank, die am Mittwoch tagt, nun stark unter Zugzwang geraten. Sie peilt einen Wert von 2,0 Prozent an, bekommt die Inflation aber schon seit längerem nicht in den Griff. Händler an den Terminmärkten sehen daher die Chancen für eine Zinserhöhung bei 90 Prozent. Die US-Notenbank soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen. Sie hat den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Notenbankchef Kevin Warsh deutete allerdings Ende August auf dem Notenbankforum im Bundesstaat Wyoming einen möglichen Handlungsbedarf bei anhaltend hoher Inflation an.
(Reuters-Büro Washington, geschrieben von Reinhard BeckerRedigiert von Scot W. StevensonBei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



