
Der deutsche Aktienmarkt hat aufgrund wieder steigender Ölpreise und neuer KI-Bedenken einen etwas schwächeren Wochenstart hingelegt. Der Dax fiel in der ersten Handelsstunde am Montag um 0,5 Prozent auf 25.426 Punkte.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montagmorgen ein Prozent auf 31.228 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,7 Prozent abwärts.
"Der Dax bleibt im Spannungsfeld eines Unsicherheitscocktails aus geopolitischen Risiken, geldpolitischen Fragezeichen und KI-Bedenken gefangen", sagte Marktanalyst Timo Emden vom Broker CapTrader. "Mit jedem weiteren Ölpreisschub wächst die Sorge, dass die Inflation befeuert und die Notenbanken unter Zugzwang gesetzt werden könnten."
KI-Werte weltweit unter Druck
Befürchtungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) belasten am Montag weltweit die Werte mit Fantasie bei diesem Trendthema. Aufkommende Forderungen nach einer verlangsamten Entwicklung der Technologie wirkten sich bereits in Asien aus, wo vor allem die Börse in Seoul mit den Aktien von SK Hynix und Samsung darunter litt. Die Bewegung schwappt aber auch nach Europa und in die USA über.
Aus dem Dax wurden die Titel der KI-Profiteure Siemens Energy, Infineon und Hochtief am Morgen bis zu sieben Prozent tiefer gehandelt. Am breiteren Markt erwischte es die Aktien von Chip-Branchenausrüstern wie Aixtron, Suss Microtec und Jenoptik mit Abgaben von bis zu sechs Prozent ebenfalls deutlich. Die Papiere des US-Halbleiterkonzerns Micron fielen vorbörslich um vier Prozent.
Nach dem Schock eigenständiger KI-Hacking-Attacken sei er besorgt, dass in sechs bis zwölf Monaten ein KI-Schwarm in der Lage sein könnte, das gesamte Internet zu übernehmen und potenziell Hunderte Milliarden Dollar Schaden zu verursachen, fürchtet Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic. Er rief die Branche dazu auf, die Entwicklung ihrer leistungsfähigsten Modelle zu verlangsamen.
Amodei bekam mit dieser Meinung prominente Rückendeckung, etwa von Tesla-Chef Elon Musk und dem Chef des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, Sam Altman. Dieser gab zudem eine Absage an einen schnellen Börsengang seines Unternehmens, das im laufenden Jahr wohl nicht mehr an die Börse gehen werde.
"Es stellt sich nun die Frage, ob ein vorsichtigeres Entwicklungstempo bei KI die Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bremsen und damit die hohen Gewinnerwartungen der Branche gefährden könnte", kommentierten am Morgen die Experten der LBBW. Die Nachfrage nach Rechenleistung und Infrastruktur bleibe hoch, doch gerade wegen ihrer Bewertung seien Technologiewerte anfällig für Zweifel an den gewaltigen Investitionssummen.
Einem Börsianer zufolge ist die Debatte aber differenzierter als es die Kursverluste suggerieren. Der Kernvorschlag beinhalte unabhängige Modellbewertungen durch Dritte, aber keinen Vorstoß, um die Ausgaben abrupt zu stoppen. Für die Technologie ergebe sich jedoch ein neues politisches Risiko. Er sieht in der Debatte den Startschuss für die Absteckung eines Regelwerks für KI-Sicherheit und Haftung.
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