Hugo-Boss-Aufsichtsratschef beugt sich Druck von Frasers

Reuters · Uhr

München, 14. ⁠Sep (Reuters) - Hugo-Boss-Aufsichtsratschef Stephan Sturm beugt sich dem Druck des britischen Großaktionärs Frasers und tritt spätestens Mitte Oktober zurück. Der ehemalige Vorstandschef des Gesundheitskonzerns Fresenius werde den Aufsichtsrat "nach konstruktiven Gesprächen" mit ‌Blick auf die veränderte Aktionärsstruktur zum 15. Oktober verlassen, teilte der Herrenmode-Konzern am Montag mit. Der Textilhandelskonzern Frasers (Sports Direct, House ⁠of Fraser), ⁠hinter dem der Milliardär Mike Ashley steht, erklärte, man habe sich mit Sturm auf dessen Rückzug verständigt. Die Briten stellten Sturm Anfang September erneut infrage, nachdem beide im Juni einen Streit beigelegt hatten. Sturm war im Mai in ‌den Aufsichtsrat von Boss eingezogen.

Frasers hatte seine ‌Beteiligung an Hugo Boss mit einem knapp zwei Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot zuletzt von 26 auf 48 Prozent aufgestockt und angekündigt, ⁠weiter zuzukaufen, um die Mehrheit zu übernehmen. Beide Seiten seien ‌der Auffassung, dass nun ein ⁠geeigneter Zeitpunkt für einen geordneten Wechsel im Vorsitz des Aufsichtsrats sei, hieß es in der Mitteilung von Frasers. "Meine Rolle habe ich stets so verstanden, im besten ‌Interesse des Unternehmens und all ⁠seiner Aktionärinnen und Aktionäre zu ⁠handeln", sagte Sturm.

Wer Sturms Nachfolger werden soll, ist noch unklar. Frasers war für eine Stellungnahme dazu nicht zu erreichen. Vorstandschef Michael Murray gehört dem Gremium schon an. Nun soll der Jurist Robert Palmer als zweiter Frasers-Vertreter in den Hugo-Boss-Aufsichtsrat einziehen. Er muss nun zunächst vom Amtsgericht bestellt werden. Der Aufsichtsrat wählt dann einen neuen Vorsitzenden. Die ⁠Londoner Zeitung "Times" hatte Murray im Juli auch als künftigen Vorstandschef von Boss ins Gespräch gebracht.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Thomas ‌Seythal)

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