APA ots news: 50. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums

dpa-AFX · Uhr
    Wien (APA-ots) - Die 50. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG)  
fand am 14. 
September 2026 statt. Schwerpunktthema war die Evaluierung des 
Systemrisikopuffers und des Puffers für Andere Systemrelevante 
Institute (Other Systemically Important Institutions, OSII). 

Systemrisikopuffer und OSII-Puffer 

Das Gremium hat in seiner 50. FMSG-Sitzung die Evaluierung des 
Systemrisikopuffers gemeinsam mit jener des OSII-Puffers 
abgeschlossen und eine entsprechende Empfehlung an die 
Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) [Link zur Empfehlung] gerichtet. 

Der Systemrisikopuffer wurde vor zehn Jahren eingeführt, um das 
Risiko teurer Bankenrettungen zu reduzieren und einen reibungslosen 
Übergang zu neuen Bankenaufsichts- und Abwicklungsregeln zu 
ermöglichen. Seitdem sanken die systemischen Risiken: Das systemische 
Klumpenrisiko hat sich unter anderem vor dem Hintergrund überwiegend 
besserer Länderratings in Zentral- und Osteuropa so weit verringert, 
dass diese Pufferkomponente entfällt. Darüber hinaus stieg die 
Widerstandsfähigkeit des Bankensektors durch höhere Kapitalisierung 
und Profitabilität sowie weitere Fortschritte in der 
Abwicklungsfähigkeit von Banken. Dennoch bleiben Herausforderungen: 
Insbesondere die Größe des österreichischen Bankensektors indiziert 
weiterhin Systemrisiken. Die Nachhaltigkeit von hohen Gewinnen und 
Eigenkapitalausstattungen bleibt nach Akquisitionen und steigendem 
Wertberichtigungsbedarf für ausgefallene Kredite ("NPL-Backstops") 
noch mit Unsicherheiten behaftet. Zudem steht eine Belastungsprobe 
des derzeitigen europäischen Abwicklungsrahmens noch aus, während die 
Realwirtschaft durch anhaltende geopolitische Verwerfungen und 
geringere fiskalische Spielräume anfälliger für Schocks wird. Das 
Gremium hat der FMA daher vorgeschlagen, den Puffer für systemische 
Klumpenrisiken in zwei Schritten auf 0% zu senken und den Puffer für 
systemische Verwundbarkeit vorerst bei 0,75% (vor Überlappung) zu 
belassen. Bei der nächsten Evaluierung im Jahr 2028 wird die 
Nachhaltigkeit der erhöhten Widerstandsfähigkeit überprüft werden. 

Der OSII-Puffer soll "Too-Big-To-Fail"-Risiken systemrelevanter 
Institute mindern. Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei der Einstufung 
der Banken als systemrelevante Institute keine Änderungen. Die 
Zukäufe einiger österreichischer Banken, die den Markt strukturell 
verändern, werden im nächstjährigen Zyklus berücksichtigt, da sie in 
den relevanten Meldedaten zum Stichtag 31.12.2025 noch nicht 
enthalten sind. 

Die Details zu den ausgewählten Banken und den Pufferhöhen finden 
sich in der Empfehlung an die FMA . 

Antizyklischer Kapitalpuffer 

Das FMSG empfiehlt der FMA zudem, den Antizyklischen 
Kapitalpuffer (AZKP) bei 0 % der inländischen risikogewichteten 
Aktiva zu belassen. Zum zweiten Quartal 2026 wiesen nur drei von 
sechzehn Indikatoren auf erhöhte finanzzyklische Risiken hin. Auch 
die beiden Indikatoren zur Kredit-BIP-Lücke, die in der Bemessung 
finanzzyklischer Risiken höher gewichtet werden, sind weiter unter 
den kritischen Schwellenwerten geblieben. Details dazu finden sich in 
der Empfehlung (FMSG/3/2026) [Link zur Empfehlung] 

Das Dashboard der Indikatoren zu systemischen zyklischen Risiken 
wird in einer interaktiven Version auch auf der Website der 
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) veröffentlicht. 

Rückfragehinweis: 
   Sekretariat des Finanzmarktstabiltätsgremiums 
   Mag. Marlies Faulmann 
   Telefon: +43 1 404 20/6900 
   E-Mail: kontakt@fmsg.at 
   Website: https://www.fmsg.at 

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OTS0053    2026-09-15/10:10
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