Großhandelspreise steigen so stark wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr

Reuters · Uhr

Berlin, 15. ⁠Sep (Reuters) - Die deutschen Großhändler haben ihre Preise im August so kräftig erhöht wie seit Februar 2023 nicht mehr. Diese legten um durchschnittlich 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das ‌Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mitteilte. Im Juli hatte das Plus noch bei 5,3 Prozent gelegen, im Juni bei 4,9 Prozent. "Ausschlaggebend ⁠für den ⁠Preisanstieg im August 2026 waren noch immer die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, in deren Folge sich insbesondere die Großhandelspreise für Energieprodukte und Rohstoffe erhöhten", erklärten die Statistiker. Bei Mineralölerzeugnissen zogen die Preise gegenüber dem August 2025 um ‌36,1 Prozent an. Bei chemischen Produkten ‌ging es binnen Jahresfrist um 13,6 Prozent nach oben.

Wie Destatis weiter mitteilte, stiegen die deutschen Großhandelspreise im August gegenüber dem Vormonat um ⁠0,9 Prozent. Der Großhandel dient als eine Art Scharnier zwischen Herstellern ‌und Endkunden. Preisveränderungen kommen später ⁠und zumindest teilweise bei den Konsumenten an. Die Verbraucherpreise legten in Deutschland im August um 2,9 Prozent zu. Der wiederaufgeflammte Konflikt zwischen den USA und dem Iran ‌treibt die weltweiten Ölpreise nach ⁠oben. Zuletzt verteuerten sich auch ⁠Diesel und Gas kräftig. Dies sorgt bei der Europäischen Zentralbank für Kopfzerbrechen. EZB-Direktorin Isabel Schnabel betonte, jüngste Preisanstiege im Bereich Energie seien "ziemlich besorgniserregend". Ob es mit der jüngsten Zinserhöhung getan sei, müsse sich zeigen. Die EZB hatte vorige Woche zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen angehoben und viele ihrer Inflationsprognosen nach oben korrigiert. Dies befeuerte am ⁠Markt Spekulationen auf weitere Zinsschritte.

(Bericht von Reinhard Becker, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter ‌berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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