Dax Tagesrückblick 29.09.2026

Dax kommt minimal voran - Anleihezinsen belasten weiter

onvista · Uhr
Quelle: Maurice NORBERT/Shutterstock.com

Der Dax hat am Dienstag nach einem schwachen Wochenauftakt etwas zugelegt. Ein Rückgang der Ölpreise stützte die Kurse, doch die weiter anziehenden Renditen bei Anleihen verhinderten größere Zuwächse.

Zum Handelsende behauptete der deutsche Leitindex nur noch ein Plus von 0,10 Prozent auf 25.399 Punkte. Damit hielt erneut die Unterstützung an der für den mittel- bis langfristigen Trend wichtigen 100-Tage-Linie. Am Tageshoch war der Dax allerdings an der auf kurze Sicht wichtigen 21-Tage-Linie nach unten abgeprallt. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Dienstag letztlich um 0,04 Prozent auf 30.883 Punkte nach unten.

Zu den Ölpreisen verwiesen Marktbeobachter auf höhere Liefermengen aus dem wichtigen Förderstaat Saudi-Arabien. Jüngsten Berichten zufolge hat das Land etwa die Hälfte der Kapazität der Ost-West-Pipeline wiederhergestellt, die Rohöl vom Persischen Golf an das Rote Meer liefert und jüngst nach einem Drohnenangriff zeitweise stillgelegt worden war. Öltransporte durch die Pipeline sind wichtig, weil sie die Blockade durch die Straße von Hormus umgehen können. Allerdings haben zuletzt auch die Schiffspassagen durch die umkämpfte Meeresstraße wieder zugenommen.

Als Kursstütze für den Technologiesektor erwies sich zudem die anhaltende KI-Fantasie. "Trotz der zuletzt aufgekommenen Zweifel an Wachstum, Investitionen und Bewertungen bleibt die KI-Story für viele Investoren attraktiv", betonte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Die ersten Risse sind sichtbar, aber die Story ist noch lange nicht gebrochen. Solange die Anleger an die langfristigen Wachstumsperspektiven glauben, werden Rücksetzer bei den entsprechenden Aktien weiterhin auch als Kaufgelegenheiten gesehen."

Halbleiterwerte stark, Renk setzt Sinkflug fort

Unter den Einzelwerten ging es daher nach einer kleinen Schwäche der Technologiebranche am Vortag wieder kräftig nach oben. Angesichts eines anstehenden KI-Gipfeltreffens im Weißen Haus dürften entsprechende Fantasien dabei eine Rolle spielen. Anthropic stand zudem wegen seines Börsengangs, der zuletzt in der Schwebe war, im Blick. Berichten zufolge strebt das KI-Unternehmen eine Bewertung von über zwei Billionen US-Dollar an. Damit würde es den bisherigen Rekordhalter SpaceX von seinem Platz verdrängen.

Im Dax setzten sich Infineon an die Spitze mit plus 4,6 Prozent. Im MDax waren ebenfalls Tech-Werte die Favoriten: So legten etwa Wacker Chemie, Elmos, Aixtron, Suss Microtec und Siltronic zwischen 2,3 und 7,5 Prozent zu.

Unter den schwächsten Dax-Aktien gaben FMC um drei Prozent nach. Die Privatbank Berenberg kappte das Kursziel der Aktie des Dialysespezialisten von 60 auf 42 Euro und strich ihre Kaufempfehlung.

Unter den insgesamt schwachen Rüstungsaktien stachen erneut die Papiere von Renk hervor, die sich inzwischen auf einem Tiefstand seit Frühjahr 2025 tummeln. Nachdem sie am Vortag wegen einer kritischen Analyse der US-Bank JPMorgan zu den anstehenden Quartalszahlen 2,4 Prozent eingebüßt hatten, verloren sie nun weitere 3,9 Prozent.

Am Montag hatte JPMorgan-Analyst David Perry sein Kursziel für die Aktie des Spezialgetriebe-Herstellers um fast 20 Prozent gesenkt und rechnet mit einer gewissen Ergebnisenttäuschung im dritten Quartal. Renk will am 5. November seinen Quartalsbericht vorlegen.

Gold etwas erholt, Euro auf Dreimonats-Tief

Der Kurs des Euro fiel am Dienstag nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus der Eurozone auf den tiefsten Stand seit drei Monaten. Zeitweise wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1333 US-Dollar gehandelt. Noch tiefer stand der Kurs zuletzt Ende Juni. Am Nachmittag konnte sich der Euro wieder etwas erholen und notierte zuletzt bei 1,1345 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1355 (Montag: 1,1378) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8806 (0,8788) Euro.

Belastet wurde der Euro durch eine unerwartet schwache Wirtschaftsstimmung in der Eurozone. Der von der EU-Kommission erhobene Stimmungsindikator Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel im September um 0,5 Punkte auf 97,9 Zähler. Analysten hatten hingegen im Monatsvergleich einen weiteren Anstieg erwartet. Der Stimmungsdämpfer geht vor allem auf einen Rückgang des Konsumklimas zurück.

Gold stabilisierte sich nach einem deutlichen Vortagesverlust etwas. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) stieg um 0,8 Prozent auf 4.159 US-Dollar. In den vergangenen Woche zeigte das Edelmetall ein ausgeprägtes Muster: Stiegen die Ölpreise und damit die Inflations- und Zinserwartungen, verlor das zinssensible Gold an Wert. Ölpreis-Rückgänge wiederum lösten kleinere Erholungen aus. In der Summe überwogen die Zinsängste jedoch. Auf Monatssicht notiert Gold mittlerweile 4,3 Prozent im Minus.

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(mit Material von dpa-AFX)

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