
Schwache Daten zum US-Arbeitsmarkt haben am Freitag zu einem spürbaren Rückgang bei den Bondrenditen geführt. Außerhalb der Landwirtschaft legte die Zahl der Beschäftigten im September um gerade mal 29.000 zu, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 90.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 60.000 Stellen nach unten revidiert.
Die Arbeitslosenquote stieg zudem unerwartet von 4,1 auf 4,2 Prozent. Hier hatten Volkswirte mit einer Stagnation gerechnet. Die Stundenlöhne wuchsen indes nur um 0,1 statt der erhofften 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im September um 3,0 Prozent. Hier war ein Anstieg um 3,1 Prozent erwartet worden.
Die Umlaufrenditen für US-Anleihen kamen nach den Daten deutlich zurück, nachdem sie am Vortag kurz die höchsten Niveaus seit über zwei Jahrzehnten erreicht hatten. Am Freitagnachmittag fiel die Umlaufrendite zehnjähriger US-Schulden um 0,05 Prozentpunkte auf 5,18 Prozent.
Umgekehrt stiegen die Futures auf die Wall-Street-Indizes. Höhere Zinsen hatten die Aktienmärkte zuletzt klar ausgebremst. Rentieren Anleihen stärker, verlieren die grundsätzlich risikoreicheren Aktien relativ an Attraktivität. Gleichzeitig drücken sich in den anziehenden Bondzinsen auch Zweifel über die US-Schuldenpolitik aus, sowie die Angst, dass die Notenbank Federal Reserve die Zinsen anheben muss, um die Inflation zu bekämpfen.
Hier dämpften die Arbeitsdaten die Sorgen am Freitag etwas. Neben der Geldwertstabilität gehört zu den Zielen der Fed auch die Vollbeschäftigung. Ein schwächerer Arbeitsmarkt könnte also ein Anlass für die Fed sein, die Zinsen zumindest zeitweise nicht weiter anzuheben.
(mit Material von dpa-AFX)



