Airlines in den Startlöchern für Covid-Impfstoff-Lieferungen

Reuters

Sydney/Frankfurt/Paris (Reuters) - Die von der Corona-Pandemie gebeutelte Luftfahrtbranche steht bereit für die weltweite Auslieferung von Impfstoffen gegen das Virus.

Das sei die größte und komplexeste Logistikaktion aller Zeiten und zugleich für die Airlines das "Signal eines Wendepunkts, auf den unsere Industrie so lange gewartet hat", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag nach der Jahreshauptversammlung des internationalen Airline-Verbandes IATA, dessen Vorsitzender er ist. "Die Industrie ist bereit und stolz, diese Pflicht zu erfüllen", fügte er hinzu. Die Lufthansa habe ebenso wie andere Airlines begonnen, Sitze aus Passagierflugzeugen auszubauen, um mehr von der wertvollen Fracht befördern zu können. Mittlerweile gibt es drei aussichtsreiche Kandidaten für Impfstoffe gegen Covid-19.

Die Airlines hätten erst Mitte nächsten Jahres mit dem Beginn des Impfens gerechnet. Nun sei es womöglich schon im Dezember soweit, erklärte Spohr. Aktuell setzt die Branche ihre Hoffnungen weiter auf Corona-Tests. "Wir können nicht auf den Impfstoff warten - wir sollten vorwärts kommen mit den Schnelltests", forderte KLM-Chef Pieter Elbers. Seit im Oktober schnelle Antigen-Tests auf den Markt kamen, bestürmt die Branche die Regierungen, eine Testpflicht auf Flügen einzuführen und Quarantänevorschriften bei Einreisen aus Risikoländern wieder abzuschaffen. Denn Quarantäne halte die Menschen von Flugreisen ab. Doch die Regierungen blieben mit der anschwellenden zweiten Corona-Welle hart.

RYANAIR OPTIMISTISCHER ÜBER ERHOLUNG ALS DER REST

Angesichts der heftigen zweiten Welle der Corona-Pandemie rechnet der internationale Airline-Verband IATA mit noch höheren Verlusten als bisher. Für dieses und das kommende Jahr zusammen prognostizierte die International Air Transport Association (IATA) ein Defizit von insgesamt 157 Milliarden Dollar. Im Juni taxierte die Lobby für 2020 einen Fehlbetrag von 100 Milliarden Dollar - jetzt geht sie von 118,5 Milliarden Dollar im Jahr eins der Pandemie aus und von weiteren 38,7 Milliarden Dollar im Jahr zwei. Die Erholung des Geschäfts durch Corona-Impfstoffe werde sich erst Mitte 2021 bemerkbar machen, erklärte IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac.

Die Fluggesellschaften weltweit müssen nach der IATA-Prognose mit einem Einbruch der Passagierzahlen um 60 Prozent auf 1,8 Milliarden rechnen. Der Umsatz im Passagierluftverkehr werde um 69 Prozent auf 191 Milliarden Dollar absacken. Für 2021 sagt die Lobby 2,8 Milliarden Fluggäste voraus, das wäre gut ein Drittel unter dem Vorkrisenniveau. Europas größte Billigairline Ryanair ist da schon optimistischer: In Europa werde es ein "beeindruckendes" Geschäft im Sommer geben, weil die Urlauber womöglich Ziele auf dem Heimatkontinent Langstreckenreisen vorzögen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary der Nachrichtenagentur Reuters. Im Herbst 2021 werde die Airline aus Irland womöglich schon das Vorkrisenniveau erreichen.

Die von der australischen Fluggesellschaft Qantas geplante Impfpflicht für Passagiere auf Interkontinentalflügen fand wenig Anklang unter den Airline-Managern. IATA-Chef de Juniac sagte, das Testen sei der Schlüssel, um Reiserestriktionen abzuschaffen. "Wir sollten uns darauf konzentrieren." Die Lufthansa erklärte, sie plane keinen verbindlichen Impfnachweises für Fluggäste. Einreisevoraussetzungen zu regeln, sei Sache von Regierungen.

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