Aktien Frankfurt: Dow-Rekord, Wirtschaftsdaten und Quartalszahlen treiben Dax an

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die US-Börsenrally am Donnerstag hat den Anlegern am deutschen Aktienmarkt neuen Mut beschert. Darüber hinaus bestärkten am Freitag auch aktuelle Wirtschafts- und Stimmungsdaten aus Deutschland sowie starke Unternehmensberichte. So legte die Industrieproduktion im März deutlicher als erwartet zu und auch die Zuversicht in der Branche stieg im April laut dem Ifo-Institut weiter. Außerdem blieb die deutsche Exportwirtschaft auf Erholungskurs. Unternehmensseitig überzeugten Adidas und Siemens mit Quartalszahlen.

Der Dax legte bis zur Mittagszeit um 1,10 Prozent auf 15 363,61 Punkte zu und steigt nun wieder in Richtung seines jüngsten Rekordhochs. Das wurde im April bei etwas über 15 500 Punkten erreicht. Das bekannteste US-Börsenbarometer machte es vor, denn tags zuvor erreichte der Dow Jones Industrial eine Bestmarke.

Der MDax stieg am Freitagmittag um 0,49 Prozent auf 32 459,13 Punkte. Der Eurozonen-Index EuroStoxx gewann 0,41 Prozent.

Am Ende einer schwankungsintensiven ersten Maiwoche zeichnet sich aktuell für den Dax ein Gewinn von rund anderthalb Prozent ab. Spannend bleibt nun, wie der am Nachmittag erwartete wichtige monatliche US-Arbeitsmarktbericht ausfällt und welche Schlüsse die Anleger daraus ziehen. "Nach den Zinsdiskussionen in dieser Woche wird dem heutigen Arbeitsmarktbericht noch mehr Beachtung zuteil werden", erwartet nicht nur Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Anleger und Analysten rechneten für den April nicht nur mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl, sondern auch mit dem bisher stärksten Stellenaufbau in diesem Jahr überhaupt.

"Je stärker der Bericht ausfällt, desto lauter dürften die Falken nach einer Straffung der Geldpolitik rufen", vermutet Altmann jedoch. Im Börsenjargon werden als Falken Fed-Mitglieder bezeichnet, die sich für eine strengere Geldpolitik und damit auch eher für wieder höhere Zinssätze aussprechen, um die Inflation in Schach zu halten. Im Gegenzug dazu gibt es die so genannten Tauben, die eine lockerere Geldpolitik befürworten und die Zinsen niedrig halten wollen, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.

Unter den Einzelwerten wurden an diesem Tag zahlreiche Aktien ex Dividende gehandelt. Im Dax betraf dies die Papiere der Deutschen Post und die von Heidelbergcement . Darüber hinaus standen ein paar weitere Quartalsberichte im Fokus.

Adidas etwa verzeichnete ein kräftiges Wachstum im ersten Quartal und auch die Profitabilität verbesserte sich deutlich. Das ließ den Sportartikelhersteller etwas optimistischer für das Gesamtjahr werden und katapultierte die Aktie um 8,0 Prozent nach oben. Puma wurden im MDax mitgezogen und stiegen um 2,1 Prozent.

Das Siemens-Papier legte um 3,0 Prozent zu, nachdem der Technologiekonzern seine Jahresprognose ebenfalls - und das sogar zum wiederholten Mal - angehoben hatte. Das zweite Geschäftsquartal hatte Siemens entsprechend besser als erwartet beendet. Treiber war dabei das Geschäft mit der Digitalisierung.

Der Autobauer BMW legte außerdem sein detailliertes Zahlenwerk vor, was der Aktie allerdings keine zusätzlichen Impulse bescherte. Sie legte um marktkonforme 1,0 Prozent zu.

Im MDax rückten außerdem die Papiere von ProSiebenSat.1 in den Blick der Anleger. Sie büßten 4,7 Prozent ein und litten damit unter Gerüchten, dass der Fernsehkonzern den Verkauf seiner Online-Kosmetiktochter Flaconi vorerst auf Eis gelegt hat. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, sind die Gespräche mit Interessenten laut mehreren informierten Personen ins Stocken geraten. Eine Quelle habe sogar gesagt, der Verkaufsprozess sei ergebnislos beendet worden. ProSieben habe einen Kommentar abgelehnt, so Reuters.

Im SDax sackten die Anteile von Stratec Biomedical nach detaillierten Quartalszahlen zeitweise auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Zuletzt verringerte sich das Minus dann auf 0,6 Prozent. Analyst Michael Heider von Warburg Research bemängelte, der angehobene Ausblick des Herstellers von Analysesystemen für die In-Vitro-Diagnostik sei immer noch zu vorsichtig. Er rechnet daher allerdings nun mit einer weiteren Anhebung im Jahresverlauf./ck/stk


Von Claudia Müller, dpa-AFX

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