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Aktien Frankfurt: Einbrechender ZEW-Index lastet auf den Kursen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Überraschend schwache Wirtschaftsdaten haben am Dienstag den deutschen Aktienmarkt belastet. Die Konjunkturerwartungen von Analysten und Anlegern sind erneut eingebrochen. Der Dax fiel daraufhin auf ein Tagestief. Zuletzt büßte der Leitindex 1,07 Prozent auf 11 555,11 Punkte ein. Damit fiel er auch unter die 200-Tage-Durchschnittslinie, die als Indikator für den langfristigen Trend gilt.

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im August erneut stark verschlechtert. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel den vierten Monat in Folge auf den tiefsten Stand seit Dezember 2011. Die Umfragewerte unterboten die Prognosen deutlich.

Zwar seien schlechte Nachrichten angesichts der erneuten Zuspitzung im Handelskonflikt USA/China zu erwarten gewesen, sagte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. Die Einschätzung der Finanzmarktexperten sei jedoch noch düsterer gewesen als sämtliche von Bloomberg befragten Volkswirte vorab geschätzt hatten. Burkert wertete den ZEW-Index als "deutliches Rezessionswarnsignal für die deutsche Wirtschaft".

Der MDax , der die Aktien mittelgroßer Unternehmen umfasst, sank am Dienstag um 1,15 Prozent auf 24 960,01 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 0,77 Prozent.

Bei den Einzelwerten im Dax sorgte Henkel für Aufsehen. Der Hersteller von Konsumgütern wird vorsichtiger und kürzte die Ziele für das laufende Jahr. Der Kurs fiel daraufhin auf den tiefsten Stand seit Ende Juni. Zuletzt büßten die Papiere 7,5 Prozent ein und waren damit größter Verlierer im Dax. Analysten bemängelten schwache Geschäft mit Haar- und Hautpflegeprodukten.

Daneben verloren konjunktursensible Aktien weiter an Boden: Papiere der Lufthansa büßten 4,1 Prozent ein und rutschten auf ein Tief seit mehr als zwei Jahren. Thyssenkrupp fielen um 3,4 Prozent auf ein seit mehr als 16 Jahren nicht mehr gesehenes Niveau. Auch Autowerte waren unter Druck.

Für Kurseuphorie sorgten in der dritten Reihe die Aktien von Hellofresh . Der Versender von Kochboxen zeigte sich nach dem zweiten Quartal zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Der Kurs schnellte um knapp 10 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit November 2018.

Schwer traf es die Aktionäre des einst unter dem Namen Xing firmierenden Karrierenetzwerks New Work. Nach den Zahlen zum zweiten Quartal brach der Kurs um fast 15 Prozent ein. Laut Warburg Research dürfte das Erreichen der Jahresziele nun schwieriger geworden sein.

Beim Elektronikhändler Ceconomy fiel der Verlust im zweiten Quartal höher aus als erwartet. Die Anteilsscheine brachen um fast zehn Prozent ein. Analystin Georgina Johanan von JPMorgan bemängelte ein besonders schwaches Wachstum im Online-Handel.

Negativ fiel die Kursreaktion auf die Quartalszahlen der Aareal Bank aus, die Papiere fielen um 2,4 Prozent. Anleger von Eckert & Ziegler konnten sich hingegen über ein Kursplus von 3,5 Prozent freuen nach den endgültigen Quartalszahlen des Herstellers medizintechnischer Komponenten.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite auf ein weiteres Rekordtief von minus 0,63 Prozent. Am Freitag hatte die Rendite noch bei minus 0,61 Prozent gelegen. Der Rentenindex Rex gewann 0,03 Prozent auf 146,71 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,02 Prozent auf 177,62 Punkte.

Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1218 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1194 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8933 Euro gekostet./bek/mis


Von Benjamin Krieger, dpa-AFX

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