Aktien Frankfurt: Freundlich nach US-Inflationsdaten

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach der Veröffentlichung der mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten freundlich tendiert. Letztlich hielt sich der Rückenwind aber in Grenzen. "Es wird am Markt verhalten positiv gesehen, dass es keine negative Überraschung gab", sagte ein Händler. Nach einem seit dem Morgen nahezu bewegungsarmen Handelsverlauf zog der Dax am Nachmittag etwas an und notierte zuletzt um 0,29 Prozent höher bei 15 746,71 Zählern.

Der MDax der 60 mittelgroßen Börsenwerte stand hingegen zuletzt nur dünn im Plus mit 0,08 Prozent auf 35 826,27 Punkte. Ähnlich sah es für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 aus, der um 0,09 Prozent auf 4193,34 Punkte vorrückte.

In den USA hatte sich der Anstieg der Verbraucherpreise im August von einem hohen Niveau aus etwas abgeschwächt. "Der Preisdruck ist weiterhin beträchtlich, auch wenn die Raten sowohl im Monats- als auch im Vorjahresvergleich etwas geringer ausfallen", kommentierte Ulrich Wortberg von der Helaba.

Die Inflation liegt weiter deutlich über dem Inflationsziel der US-Notenbank Fed, die zwei Prozent anstrebt. Die Fed macht aber vor allem vorübergehende Faktoren für die hohe Rate verantwortlich. An den Märkten wird derzeit über die weiteren Schritte der US-Währungshüter gerätselt, die in der kommenden Woche zur nächsten Sitzung zusammenkommen. Zuletzt hatte die Fed eine Drosselung ihrer Anleihekäufe signalisiert.

Unterdessen lastete unter den Einzelwerten im Dax am Dienstag eine skeptische Analystenstudie auf den Merck-Papieren : Die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns rutschten nach einer Verkaufsempfehlung durch die Schweizer Bank UBS um mehr als zweieinhalb Prozent ab. Erst kürzlich hatten sie noch einen weiteren Rekord markiert. Analyst Michael Leuchten hält jedoch die hohe Bewertung für überzogen und glaubt nicht daran, dass das von den Darmstädtern angestrebte mittelfristige Wachstum in gleichem Maß auf die Ergebnisentwicklung durchschlägt.

Kursverluste in New York am Vorabend beim US-Sportartikelhersteller Nike schlugen auch auf die deutschen Wettbewerber durch. Adidas etwa büßten knapp 1,7 Prozent ein. Händlern zufolge hatten sich Wall-Street-Analysten in einer Studie zu Nike pessimistisch geäußert und auf Probleme in den Lieferketten der Branche hingewiesen. Die Experten befürchten, diese könnten noch ein bis zwei Jahre anhalten.

Delivery Hero rutschten derweil um 1,3 Prozent ab. Hier war eine gestrichene Kaufempfehlung von Oddo ausschlaggebend.

Im MDax waren Siemens Healthineers mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent unter den Favoriten. Börsianer verwiesen auf die allgemein gute Stimmung für die Aktie mit dem bevorstehenden Dax-Aufstieg und die Aussicht auf eine Erhöhung der Mittelfristziele. Zudem äußerten sich die Berenberg-Analysten positiv.

Eine angehobene Jahresprognose von Deutz zog die Investoren in die Papiere des Motorenherstellers. Mit einem Kursplus von mehr als 7 Prozent eroberten sie den Spitzenplatz im Index der kleineren Werte SDax . Aktien des Verbindungstechnikspezialisten Norma hingegen brachen nach einer Kürzung der Margenziele auf das tiefste Niveau seit Ende 2020 ein, zuletzt standen sie mit knapp 18 Prozent im Minus.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,1844 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag noch auf 1,1780 Dollar festgesetzt.

Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,39 Prozent am Montag auf minus 0,38 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 145,02 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,06 Prozent auf 171,64 Punkte./tav/jha/


Von Tanja Vedder, dpa-AFX

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