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Aktien weekly: DAX festigt sich in enger Handelspanne. Sorgen um die Auswirkungen einer möglicherweise von Italien ausgelösten Eurokrise

HSH NORDBANK
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Die globalen Aktienmärkte haben sich nach der kräftigen Erholungsrallye Ende April und Anfang Mai in einer recht engen Handelsspanne stabilisiert und notierten in der abgelaufenen Berichtswoche seitwärts. Der deutsche Leitindex notiert gegenwärtig bei soliden 13.000 Punkten, der amerikanische S&P 500 bei rund 2.733 Zählern. Auch der EuroStoxx 50 liegt im Wochenvergleich praktisch unverändert bei 3555 Punkten. Die Märkte zeigten sich erleichtert von der vorläufigen Einigung im Handelsstreit der USA und China. So haben sich Regierungsvertreter beider Länder am Montag nach monatelangen Zollandrohungen auf Maßnahmen geeinigt, um den hohen Exportüberschuss Chinas gegenüber den USA abzubauen. Darüber hinaus sollen die Zölle auf chinesische Automobilimporte von 25 % auf nunmehr 15 % herabgesetzt und der Marktzugang ausländischer Unternehmen in China erleichtert werden. Letzteres ist auch vielen anderen Ländern deshalb ein Dorn im Auge, da chinesische Unternehmen im Ausland nahezu freien Marktzugang gewährt bekommen. Zum Beispiel können sie hierzulande ein Unternehmen übernehmen oder eine Niederlassung eröffnen, ohne hierzu eine Partnerschaft mit einem lokalen Unternehmen eingehen zu müssen. Dies ist ausländischen Unternehmen in China gegenwärtig nicht erlaubt.

Verunsichert zeigten sich die Märkte dagegen aufgrund der gegenwärtigen politischen Situation in Italien, wodurch wohl ein Dax-Ausbruch gen Norden verhindert wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es in Italien wohl auf ein Regierungsbündnis zwischen den beiden populistischen Parteien Lega und 5-Sterne-Bewegung hinauslaufen, nachdem Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella dem vorgeschlagenen Kandidaten der beiden Parteien, Giuseppe Monti, den Auftrag einer Regierungsbildung erteilt hat. Angesichts der Wahlversprechen der beiden Parteien fürchten einige Marktteilnehmer und Ökonomen den Ausbruch einer Eurokrise 2.0, mit dem Extremszenario eines „Italexit“ – eines Austritts Italiens aus der Eurozone. Grund hierfür sind die Wahlprogramme beider Parteien: Signifikant steigende Staatsausgaben, ohne sichergestellte Gegenfinanzierung (angesichts einer Schuldenquote von 130 % sehr beunruhigend) sowie Euro-kritische Töne. Entsprechend gab der italienische Aktienindex (FTSE MIB) in den vergangenen Handelstagen (Vgl. 7.5.) um 6 % nach, während die CDS-Spreads um 67 bp anstiegen. Jedoch rechnen wir nicht damit, dass es kurzfristig zu einem Showdown um einen möglichen Austritt aus der Eurozone kommen wird.

Möglicherweise dürfte jedoch Italien in den kommenden Wochen die Headlines an den Aktienmärkten weiter bestimmen. Tatsache ist, dass bei der Erwartung von Extremereignissen (Sorgen vor einem möglichen Euro-Austritts Griechenlands Ende 2011/Anfang 2012 und 2015; Votum bezüglich des EU-Austritts aus Großbritannien im Juni 2016) die Aktienmärkte nicht sonderlich stark reagierten und etwa im Fall des Brexit sich auch nach einem kurzen Einbruch wieder rasch erholten. Ein tatsächlicher Ausstieg Italiens aus der Eurozone wäre mit diesem Ereignis aber kaum vergleichbar, sondern hätte die Dimension einer vielfachen Insolvenz von Lehman-Brothers.

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