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Aktien weekly: Europäische Indizes treten auf der Stelle. Dax-Berichtssaison verlief bisher eher enttäuschend. S&P 500 kratzt an seinem Allzeithoch

HSH NORDBANK
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Die Europäischen Aktienmärkte haben sich in der vergangenen Berichtswoche nicht aus der Deckung gewagt. Der Dax notiert nahezu unverändert bei knapp 12.600 Punkten. Auch der Eurostoxx 50 tritt im Vergleich zur Vorwoche auf der Stelle. Der amerikanische Leitindex S&P 500 dagegen konnte einen weiteren Schritt zu seinem zu Jahresbeginn erreichten Allzeithoch machen und notiert gegenwärtig bei 2.860 Punkten (+0,5 %). Angetrieben wurden die US-Märkte u.a. durch das historische Erreichen der 1 Bio. US-Dollar-Marktkapitalisierung von Apple. Darüber hinaus zeigt sich eine Divergenz in der Umsatz- und Gewinnentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks.

In den USA konnten die Unternehmenszahlen die Investoren durch die Bank hinweg überzeugen, in Deutschland fiel die Einschätzung über die 26 von 30 veröffentlichten Dax-Ergebnisse hingegen enttäuschend aus. Im Durchschnitt blieben die Ergebnisse bei Umsatz um 4 % hinter den Erwartungen zurück, während die Gewinne um 3 % niedriger ausfielen als Markt erwartet wurde. Insbesondere der deutsche Automobilsektor blieb sichtbar hinter den Erwartungen zurück. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn überraschten die Unternehmen die Marktteilnehmer auf der Unterseite (aggregierter Sales- und Earningssurprise: jeweils ca. -3 %). Im Chemiesektor dagegen war das Bild weniger eindeutig. Während alle drei Chemie-Unternehmen im Dax ihre Umsätze zum Vorquartal ausbauen konnten, wurden die Gewinnerwartungen per Saldo nur minimal übertroffen. Im Eurostoxx 50 dagegen fielen die Gewinne spürbar höher aus als die Analystenschätzungen. Dies dürfte u.a. auf die starke Performance der im Index gelisteten Öl- und Gasproduzenten zurückzuführen sein, welche im ersten Halbjahr des Jahres den höchsten Cash-Flow seit 2011 ausweisen konnten. Die Liquiditätsentwicklung der europäischen Ölkonzerne konnte die Analystenerwartungen übertreffen, da der operative Cashflow im Vergleich zum Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich gesteigert werden konnte. Diese gute Entwicklung nutzte Royal Dutch Shell zur Ankündigung von Aktienrückkäufen.

Derweil konnte der US-amerikanische Elektronikriese Apple eine historische Marke erklimmen: So konnte erstmalig ein privates Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 1 Bio. US-Dollar überschreiten. Insgesamt ist es bemerkenswert, dass die fünf größten US-Tech-Unternehmen (Apple, Amazon, Alphabet (Google), Microsoft und Facebook) im S&P 500 zusammen auf eine Marktkapitalisierung von rund 4.000 Mrd. US-Dollar kommen, wovon Apple allein für ein Viertel steht. Das ist nicht nur mehr als das nominale BIP Deutschlands (3.677 Mrd. US-Dollar, Ende 2017), sondern auch genauso viel wie die Marktkapitalisierung der 281 kleinsten Unternehmen im S&P 500. Nicht nur in der Spitze ist der IT-Zuschnitt des Index beeindruckend: Dahinter reihen sich mit Intel, Cisco, Oracle, Nvidia oder Netflix viele weitere IT-Unternehmen von Weltruf. Der IT- und Technologie-Zuschnitt der US-Wirtschaft etabliert sich immer mehr als Haupt-Charakteristikum des Landes und der entsprechenden Aktien-Indizes.


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