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ANALYSE: UBS sieht hohe Risiken im Elektroachsen-Geschäft von Schaeffler; 'Sell'

dpa-AFX

ZÜRICH (dpa-AFX) - Für den Autozulieferer Schaeffler trüben sich nach Einschätzung der Schweizer Bank UBS die Wachstumsaussichten ein. Analyst Julian Radlinger erwartet, dass die Produkte traditioneller Modul- und Systemzulieferer (Tier-1) wie Schaeffler oder Kabelsystem-Spezialisten wie Leoni künftig in Elektro-Autos weniger verbaut werden. Der Experte riet daher in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie dazu, die Schaeffler-Aktie zu verkaufen ("Sell"). Bisher hatte sein Votum "Hold" gelautet. Gleichzeitig senkte Radlinger das Kursziel von 12 auf 10 Euro. Die Schaeffler-Aktie fiel infolge der Studie bis zum Donnerstagnachmittag um mehr als 7 Prozent auf zuletzt 10,21 Euro.

Radlinger kürzte seine Prognosen für das Ergebnis je Aktie (EPS) für in den Jahren 2020 und 2021 um bis zu 5 Prozent, weil bei Schaeffler die Umsätze voraussichtlich früher als gedacht stagnieren dürften. Er begründet seine Annahmen damit, dass die sogenannten Tier-1-Zulieferer künftig Anteile im Geschäft mit Elektroautos an neue Wettbewerber verlieren dürften sowie an die Fahrzeughersteller selbst, die in diesen Bereichen inzwischen einiges selbst produzierten.

So sei etwa die Konkurrenz im Bereich der Elektroachsen, die auch das Herzogenauracher Unternehmen produziert, deutlich höher als bisher angenommen, führte Radlinger weiter aus. Insgesamt dürften inzwischen gut 80 Prozent des weltweiten E-Achsenmarktes - wenngleich dieser noch in seinen Anfängen stecke - nicht mehr unabhängigen Zulieferern offen stehen, schätzt der Experte. Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Schaeffler schon mehr als ein Jahr lang keinen größeren Auftrag mehr in dem E-Achsen-Segment erhalten habe.

Radlinger stützt sich in seiner Studie auf eine Analyse des Tesla-Autos Model 3. Die E-Achse bei Tesla habe im Vergleich zu den Produkten von Schaeffler und neun anderen Wettbewerbern keine starken Unterschiede gezeigt und ebenso keinen Hinweis darauf, dass die Modul- und Systemzulieferer hier die Hoheit hätten. Vielmehr habe die Eigenentwicklung des US-Elektroautobauers sogar in einigen Belangen die Produkte der Wettbewerber übertroffen.

Im Schaeffler-Aktienkurs sei dieser Aspekt indes noch nicht eingepreist, so Radlinger. Vielmehr signalisiere der aktuelle Kurs ein Wachstum von rund einem Prozent in der Annahme, dass der Konzern die Anteilsverluste im ICE-Geschäft durch den Verkauf von E-Achsen an Elektroautohersteller kompensieren könne.

Am Markt werde oft darauf verwiesen, dass die Schaeffler-Aktie aktuell bereits mit einem Abschlag von gut einem Viertel auf den Wettbewerb gehandelt werde und auf kurze Sicht stabile Margen für die Bewertung ausschlaggebend seien. Doch selbst wenn es Schaeffler gelingen sollte, bis 2020 die Profitabilität auf demselben Niveau zu halten, sollte mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos das Umsatzrisiko für Schaeffler weiter steigen. Dies macht aus Sicht von Radlinger weitere Ergebnisprognosen schwer und sollte eine Neubewertung der Aktie nach sich ziehen.

Mit der Einstufung "Sell" geht die UBS davon aus, dass die Gesamtrendite der Aktie (Kursgewinn plus Dividende) auf Sicht von zwölf Monaten um mindestens sechs Prozent unter der von der UBS erwarteten Marktrendite liegt./tav/ck/fba

Analysierendes Institut UBS.

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