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ANALYSEN: Experten mäkeln an Gewinnprognose der Hannover Rück

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Rückversicherer Hannover Rück hat das Katastrophenjahr 2017 gut verkraftet und sieht sich bereits auf dem Weg zum nächsten Milliardengewinn. Doch nach der Vorlage der kompletten Jahreszahlen und der detaillierten Prognose für 2018 entdecken Analysten Haare in der Suppe - von hohen Reserveauflösungen bis zu getrübten Gewinnaussichten in der Lebensrückversicherung. Auch die Andeutungen des Vorstands zu einer weiteren Sonderdividende überzeugen nicht jeden Experten.

Das Analysehaus RBC Capital beließ ihre Einschätzung zur Hannover-Rück-Aktie auf "Sector Perform". Die Resultate wie der Überschuss von rund 959 Millionen Euro entsprächen den bereits veröffentlichten Eckdaten vom Februar, schrieb Analyst Kamran Hossain in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Vorstandschef Ulrich Wallin bestätigte auch die stabile Dividende von 5,00 Euro für 2017 und erwartet für 2018 weiterhin einen Gewinn von über einer Milliarde Euro.

Anhaltende Mehrbelastungen in den USA trübten allerdings die Aussichten in der in der Personen-Rückversicherung, bemängelt Analyst Hossain. Noch bei der erstmaligen Bekanntgabe ihrer Jahresziele für 2018 im Herbst hatte die Hannover Rück für den Bereich einen operativen Gewinn (Ebit) von 200 bis 300 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Nun geht das Management noch von rund 200 Millionen aus. Grund dafür sind weitere Anpassungen im US-Mortalitätsgeschäft. Die Hannover Rück hat sich bereits, wie andere Rückversicherer, wegen zunehmend hoher Belastungen aus verlustträchtigen Verträgen herausgekauft.

Analyst Hossain geht nun davon aus, dass die Hannover Rück ihre Vertragsbestände weiter anpasst. Auch sein Kollege Edward Morris von JPMorgan zeigte sich von dem gesenkten Ziel überrascht. Er hatte bisher ein Ebit von 272 Millionen Euro auf dem Zettel. 2017 war dieses Ergebnis wegen der Belastungen in den USA bereits um 29 Prozent auf 245 Millionen Euro eingebrochen.

Aus Morris' Sicht hat die Hannover Rück im bisher schwersten Naturkatastrophenjahr für die Branche allerdings gut geschlagen. Dies liege auch daran, dass der Konzern mehr Schadenrückstellungen aus früheren Jahren aufgelöst habe als zuvor. Dadurch reichten die Prämieneinnahmen im Schaden- und Unfallgeschäft trotz der Katastrophen aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken.

JPMorgan bestätigte die Einschätzung "Neutral" für die Aktie mit einem Kursziel von 108 Euro. Am Dienstagmittag lag die Aktie trotz eines Kursverlusts von rund vier Prozent mit gut 110 Euro noch darüber.

Während die Hannover Rück für 2018 bereits eine weitere Sonderdividende ins Spiel bringt, rechnet RBC-Analyst Hossain nicht damit, dass die Hannover Rück eine größere Kapitalsumme an ihre Anteilseigner zurück gibt. Dem stünden zum einen die Rechnungslegung nach dem deutschen Handelsgesetzbuch im Weg, die für die Ausschüttung einer Dividende maßgeblich ist. Zudem habe der Vorstand wenig Grund, die Kapitaldecke zu kürzen, da der Konzern trotz einer konservativen Planung eine prozentual zweistellige Eigenkapitalrendite erwirtschafte.

Mit der Einstufung "Sector Perform" rechnen die Analysten von RBC Capital Markets auf Sicht von zwölf Monaten mit einer Rendite der Aktien, die in etwa dem Branchendurchschnitt entspricht. Auch JPMorgan rechnet bei "Neutral" auf Sicht der kommenden sechs bis zwölf Monaten mit einer Entwicklung im Gleichklang mit dem jeweiligen Sektor./stw/ag

Analysierende Institute RBC und JPMorgan.

Datum der Analysen: 13.03.2018

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