Anleger sehen Hoffnungsschimmer bei Pandemie-Bekämpfung

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Angesichts rückläufiger Infektionszahlen in mehreren Ländern wagen sich Anleger an Europas Aktienmärkten wieder aus der Deckung.

Der Dax zog zeitweise um bis zu 4,6 Prozent auf 9967 Punkte an und näherte sich damit wieder der Marke von 10.000 Zählern. Der EuroStoxx50 stieg um bis zu 4,1 Prozent auf 2771 Punkte. "Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus scheinen endlich angekommen zu sein und ihre Wirkung zu entfalten", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. "Die Anleger sehen einen Silberstreif an einem äußerst dunklen Börsenhimmel."

Mit dem steigenden Optimismus bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie ziehen sich Anleger verstärkt aus als "sicherer Hafen" geltenden Staatsanleihen zurück. Im Gegenzug stiegen die meisten Renditen von Bonds erstklassig bewerteter Länder der Eurozone um zwei bis drei Basispunkte. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten mit minus 0,4 Prozent drei Basispunkte fester und damit deutlich höher als das vor einem Monat erreichte Rekordtief von minus 0,91 Prozent.

ÖL-MARKT UNTER DRUCK

Im Fokus der Anleger steht zudem weiter der Ölpreis, dem die Verschiebung der für Montag erwarteten Krisenkonferenz zwischen dem Ölkartell Opec und Russland zusetzt. "Die Unsicherheit ist nach wie vor sehr groß, ob Russland und Saudi-Arabien ihre Differenzen überbrücken können", sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets. Die Sorte Brent verbilligte sich zum Wochenanfang um 3,7 Prozent auf 32,84 Dollar je Barrel. US-Öl WTI gab 3,0 Prozent auf 27,49 Dollar je Barrel nach.

Die Aussicht auf eine Einigung zwischen Russland und Saudi Arabien in ihrem Ölpreiskrieg um Marktanteile hatte vergangene Woche den beiden Öl-Sorten den größten Tagesgewinn ihrer Geschichte beschert. Opec-Kreisen vom Wochenende zufolge soll die Videokonferenz auf Mittwoch oder Donnerstag verschoben werden. Im Gespräch sei eine Drosselung um zehn Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) pro Tag.

WEITERE KREDITLINIEN GESICHERT

Bei den Einzelwerten sorgte die Sicherung neuer Kreditlinien beim britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce sowie dem französischen Autokonzern PSA für Auftrieb. Rolls-Royce-Aktien schossen um bis zu 21,2 Prozent nach oben, nachdem sich der Zulieferer von Airbus und Boeing eine weitere Kreditlinie über 1,5 Milliarden Pfund gesichert hat. Das Traditionsunternehmen hat in diesem Jahr allerdings mehr als die Hälfte des Börsenwerts eingebüßt und streicht erstmals seit über 30 Jahren seine Dividende.

Die Peugeot-Mutter PSA sicherte sich ebenfalls weitere Kredite in Höhe von drei Milliarden Euro, um sich gegen die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise besser in Stellung zu bringen. PSA-Aktien legten in Folge bis zu 12,4 Prozent zu.

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