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Auslandsaktien: Vieles im Lot in den USA

BÖRSE FRANKFURT

Etliche US-Unternehmen überraschen mit besser als erwarteten Ergebnissen fürs dritte Quartal und treiben die Aktienbarometer in neue Höhen. Vorsichtig agierende Währungshüter und eine wachsende Weltwirtschaft unterstützen den Trend.

26. Oktober 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eine Mischung aus nach wie vor billigem Geld, die Aussicht auf geringere heimische Steuern sowie überwiegend gute Nachrichten aus den Konzernetagen treibt US-Aktienbörsen auf immer neue Gipfel. Trotz jüngster Gewinnmitnahmen kommen der Standardwerte umfassende Dow Jones Industrial und das Technologiebarometer Nasdaq seit Jahresbeginn immerhin auf rund 18 und 24 Prozent Gewinn. Der breiter aufgestellte S&P 500 legte im selben Zeitraum um gut 14 Prozent zu.

"Derzeit warten viele Anleger auf Aussagen zur Reduzierung der Anleihen-Käufe nach der heutigen EZB-Sitzung", beschreibt Michael Arras von der Oddo Seydler Bank die aktuelle Zurückhaltung am Markt. Das stelle kurzfristig zumeist überzeugende Zahlen von US-Unternehmen in den Schatten.

Wirklich Angst vor einer Normalität der Geldpolitik hat nach Ansicht von Martin Hüfner von Assenagon keiner. Auch ein neuer Präsident der Federal Reserve ändere an der grundsätzlichen Haltung der Notenbank aller Voraussicht nach wenig. "Der amerikanische Präsident kommt aus der Immobilienbranche, ist daher an niedrigen Zinsen interessiert."

Solide wirtschaftliche Basis

Auch könne sich die konjunkturelle Lage durchaus sehen lassen. Der Internationale Währungsfonds habe seine Prognose für das globale breit aufgestellte Wirtschaftswachstum noch einmal nach oben revidiert und erwarte für 2017 nun ein Plus von 3,6 Prozent, gefolgt von 3,7 Prozent ein Jahr drauf. "Es gibt in der Welt nur sechs Staaten, die sich in einer Rezession befinden."

US-Aktien vergleichsweise teuer

Die im Raum stehende US-Steuerreform ist für Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank ein wesentlicher Katalysator für die Abzinsung der Hoffnungswerte pro US-Konjunktur. Niedrigere Abgaben seien mittlerweile mehrfach an den Märkten mit eingeflossen, gleichzeitig habe die jeweilige Enttäuschung der bisherigen Nichtlieferung keine Rückschläge ausgelöst. "Aus diesem Zusammenhang ergibt sich das sportliche Bewertungsniveau an den US-Aktienmärkten im Vergleich zum Rest der westlichen Welt."

Aufstieg in die Erste Liga für Bitcoin?

Bei den heute anstehenden Quartalszahlen unter anderem von Alphabet (WKN A14Y6H), Microsoft (WKN 870747) und Amazon (WKN 906866) erwartet Arras Aussagen des weltweit größten Online-Händlers zu Crypto-Währungen wie Bitcoin als mögliches Zahlungsmittel für die Handelsplattform. "Amazon wäre mit der Zulassung der erste Großkonzern, der eine virtuelle Währung akzeptiert."

Keine neuen Blockbuster in Sicht

Von den Einzelwerten meldete u.a. Amgen (WKN867900) einen überraschend hohen Gewinn. Einsparungen etwa bei der Forschung und bessere Margen führen laut Arras zu einem Nettogewinn von gut zwei Milliarden US-Dollar für das dritte Quartal. "Trotz Umsatzeinbußen bei den Blockbuster-Medikamenten Enbrel und Repatha erwartet der weltgrößte Biotechnologiekonzern für das Gesamtjahr einem höheren Gewinn je Aktie zwischen 12,50 bis 12,70 US-Dollar", bemerkt Arras. Anleger hätten dennoch mit Enttäuschung reagiert und den Wert in den Keller geschickt. Es fehlten Medikamente im fortgeschrittenen Zulassungsstadium.

Airbus und Bombardier funken Boeing dazwischen

Mit einem Gewinn pro Aktie in Höhe von 11,20 bis 11,40 US-Dollar hat Boeing (WKN 850471) gepunktet. "Bessere Geschäfte im dritten Quartal und geringere Steuern bescherten dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern eine positive Bilanz." Die leichten Verluste der Aktie nach anfänglichen Gewinnen führt Arras unter anderem auf die andauernden Probleme mit dem Tankflugzeug KC-46 zurück, der nach einiger Verzögerung nun im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll. Ebenso bremse die Partnerschaft zwischen Airbus und Bombardier die Euphorie. "Anleger befürchten insbesondere Auswirkungen auf das Boeing-Geschäft im Schmalrumpf-Segment." Die Boeing-Aktie bewegt sich mit 219 Euro aber immer noch im Bereich des vor kurzem erreichten Allzeithochs.

Texas Instruments verdient an Digitalisierung im Alltag

Von einer steigenden Nachfrage nach Halbleitern vonseiten der Industrie profitiert Texas Instruments (WKN 852654). Der US-Chipkonzern legte mit einem um 12 Prozent auf 4,12 Milliarden US-Dollar gestiegenen Absatz und einem um 27 Prozent höheren operativen Ergebnis eine Punktlandung hin, wie Roland Stadler meint. Auch die Prognose für das vierte Quartal liege leicht über den bisherigen Annahmen. "Texas Instruments als führender Anbieter von Chips für Alltagsgeräte wie Waschmaschinen und Fernseher kommt die zunehmende Digitalisierung von Produkten aller Art zugute", weiß der Händler der Baader Bank. Von dieser Dynamik profitiere die gesamte Chip-Branche. Insbesondere zu Beginn eines Produktzyklus könnten Unternehmen in der Regel höhere Preise erzielen. Die Aktie von Texas Instruments legte seit Jahresbeginn von 70,70 auf 81 Euro zu. "Seit dem Tief im September von 67 Euro ist der Wert sehr stark gelaufen."

IBM-Zukunftsgeschäft auf Kurs

Bereits in der vergangenen Woche hat IBM (WKN 851399) mit besser als erwarteten Geschäften überrascht. Um 4,0 Prozent gefallene Überschüsse in Höhe 2,7 Milliarden US-Dollar sorgten am Markt laut Stadler für Partylaune. Der Aktienkurs stieg in Folge von 124 auf 130 Euro. Der Umsatz sei zwar abermals geschrumpft. "Der Rückgang ist aber niedriger ausgefallen als prognostiziert." Der Umbau vom Hardware-Lieferanten Richtung Service-Unternehmen scheine Früchte zu tragen. Im Geschäft mit IT-Dienstleistungen wie Cloud-Services, Daten-Analyse, künstlicher Intelligenz und Sicherheits-Software sei der IT Riese stark gewachsen. Die Bereiche Cloud-Computing und Cyber-Sicherheit kämen mittlerweile auf einen Anteil von 45 Prozent vom Gesamtumsatz. Mit dem Jahresverlauf der Aktie könnten Anleger dennoch nicht zufrieden sein. Anfang Januar stand der Wert noch bei 157 Euro.

Von: Iris Merker 26. Oktober 2017, © Deutsche Börse AG

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